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Pinneberger Tageblatt

21. November 2017 | 07:42 Uhr

Bahnhofstraße: Anwohner auf Zinne

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Komplettsanierung Streit um Zuordnung als Haupterschließungs- und Anwohnerstraße / Nein zur Parkplatzverknappung um 50 Prozent

von
erstellt am 27.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Endlich: Nach mehr als 40 Jahren wird die Halstenbeker Bahnhofstraße komplett saniert. Doch auf die Ankündigung von Seiten der Gemeinde im letzten Jahr folgte Ernüchterung: Es kristallisierte sich rasch heraus, dass es den Bewohnern von mehr als 100 Wohneinheiten mächtig an den Kragen geht. Sprich: Nicht nur, dass die Verwaltung laut Betroffene darauf pocht, dass der untere Teil der Bahnhofstraße schon immer Haupterschließungsstraße, der obere Anwohnerstraße war und somit eine künstliche Teilung eines völlig homogen bebauten Abschnitts verfolge. Mit dem Resultat, dass die Bürger mit einer Sanierungsbeteiligung von 2000 bis 15 000 Euro je nach Anteil zur Kasse gebeten werden.

Nein: Nach Fertigstellung – voraussichtlich in 2018 – müssen die Bewohner auch noch mit etwa der Hälfte der Parkplätze auskommen. „Die Parkplätze sind knapp und sollen weiter verknappt werden.“ Sagt die Eigentümergemeinschaft – die Namen sind unserer Zeitung bekannt – und ist auf Zinne.

Deren Sprecher sind verzweifelt. Eine Wertminderung der Immobilie droht, die Rahmenbedingungen verschlechtern sich. Zumal der Dialog mit der Gemeinde zum Erliegen gekommen scheint. Dabei waren die Eigentümer in dem Glauben, als könnten Verwaltungsspitze und Fachbereichsleitung im Rathaus durchaus für Argumente empfänglich sein. Da heißt es von Seiten der Anwohner an einer Stelle in einem unserer Zeitung vorliegenden Schreiben: „Ausweislich der Präsentation der Beratungsgesellschaft Dänekamp und Partner sollen im Bereich Bahnhofstraße 2-8 im Zuge der Sanierung deren nördlichen Teils auf beiden Straßenseiten insgesamt 14 Parkplätze entstehen. Derzeit nimmt die Parkbucht abhängig von der Disziplin der Parkenden 22 bis 23  Fahrzeuge auf. Hinzu kommen drei Stellplätze am Straßenrand von der Feldstraße aus in Richtung Bahnhofstraße 2, so dass das Fassungsvermögen in diesem Abschnitt zwischen 25 und 26   Fahrzeugen beträgt. Mit der von Ihnen geplanten Sanierungsmaßnahme verschlechtern Sie gerade im Bereich des einzigen Mehrfamilienhauses die ohnehin schon prekäre Parkplatzsituation um mindestens 44 Prozent.“

Doch die Verwaltung argumentiert: In der Bahnhofstraße „wurden Verkehre vorgefunden, die überwiegend den Anliegern zuzurechnen sind . . . Der betroffene Straßenteil“ – ab Ecke Schützenplatz – „ist eine Anliegerstraße“.

Dem halten die Bürger entgegen: „. Es mündet sehr wohl starker örtlicher Anbindungsverkehr vom Schützenplatz – mit seinen vier Hochhäusern – in den oberen Teil der Bahnhofstraße ab, was der Gemeinde bewusst ist. Sie handelt bewusst willkürlich, wenn sie diesen Verkehr leugnet oder so tut, als hätte der obere Teil der Bahnhofstraße keine einmündenden Verkehre.“

Die Bewohner wollen kämpfen.  Sie fordern, dass der Status quo in Sachen Parkplätze erhalten bleibt.  Sie fordern, dass die Zweiteilung der Bahnhofstraße – Haupterschließungs-/Anwohnerstraße – aufgehoben wird und die Gemeinde sich von der künstlichen Trennung der Straße verabschiedet.  Sie fordern, dass die Gemeinde den Bürgerwillen akzeptiert.

Die Hoffnung von Seiten der Betroffenen ist groß, dass das Tischtuch nicht zerschnitten ist, die ausgestreckte Hand der Bürger nicht zurückgewiesen wird. Denn eine Anwaltskanzlei in Pinneberg steht schon in den Startlöchern.

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