Schallschutz : Bahn baut in Prisdorf

In Richtung Tornesch stehen bereits die Pfeiler für die Lärmschutzwände auf der südlichen Seite der Gleise.
In Richtung Tornesch stehen bereits die Pfeiler für die Lärmschutzwände auf der südlichen Seite der Gleise.

Drei Meter hohe Wände auf einer Strecke von 690 Metern sollen für Ruhe im Umfeld sorgen. Fertigstellung bis Ende September geplant.

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30. Mai 2015, 16:00 Uhr

Prisdorf | In Pinneberg und Halstenbek ging es Anfang des Jahres schon los. Nun lässt die Deutsche Bahn auch in Prisdorf entlang der Bahntrasse Hamburg-Kiel Lärmschutzwände errichten – auf einer 690 Meter langen Strecke im Bereich des Bahnhofs. Die drei Meter hohen Wände sollen spätestens Ende September stehen. Die Baukosten betragen etwa 900.000 Euro.

Vor Ort ist der Baufortschritt gut nachzuvollziehen. Auf nahezu der gesamten Distanz befinden sich bereits dicke Rohre im Boden, in die die Stützpfeiler gepresst werden. Von diesen steht bereits etwa die Hälfte – vom Bahnübergang aus in Richtung Tornesch. Allerdings konzentrieren sich die Bautätigkeiten vollständig auf die südliche Seite des Bahndamms. Nördlich der Gleise baut die Bahn nicht – wegen eines natürlichen Walls, der einen Großteil des Zuglärms abhalte, seien Schutzwände nicht notwendig. Zudem gebe es dort zu wenige Häuser. „Uns wird das deshalb nichts bringen. Besonders die Güterzüge in der Nacht sind sehr laut“, sagt Anwohner Reinhard Burgemeister, der auf der Nordseite wohnt. Seit Bahn-Arbeiter vor zwei Jahren ein neues Schotterbett und neue Schienen verlegt haben, sei die Lärmbelastung allerdings etwas zurückgegangen.

Das sieht auch Christian Wippermann auf der anderen Seite des Bahnhofs so. „Die neuen Nordbahnzüge beispielsweise sind sehr leise, auch wenn leider die Taktfrequenz auf der Strecke gefühlt immer dichter wird“, sagt er. Von den Schutzwänden verspricht er sich eine deutliche Aufwertung der Lebensqualität in seinem Umfeld. Die Fertigstellung könne er kaum noch erwarten.

Denn vielmehr noch als die Zuggeräusche nervt ihn der Baulärm, der ihn derzeit regelmäßig um den Schlaf bringe. „Gebaut wird vor allem nachts. Richtig laut ist vor allem das Reinschlagen der Pfeiler“, schildert er. Ein Ehepaar in der Nachbarschaft habe sogar schon die Polizei gerufen, weil es sich die Quelle des nächtlichen Lärms nicht erklären konnte. Laut Bahn haben die nächtlichen Aktivitäten allerdings gute Gründe. So seien nachts im Vergleich einfach deutlich weniger Züge unterwegs, so dass schneller gebaut werden könne, heißt es aus dem Unternehmen.

Wie zuvor schon in Pinneberg und Halstenbek investiert die Bahn darüber hinaus auch in Prisdorf in den so genannten passiven Schallschutz. Für ungefähr 10.000 Euro sollen insgesamt 29 Wohneinheiten mit Schallschutzfenstern ausgestattet werden.

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