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Heimat für Forellen und Neunaugen : Bachaktionstag in Pinneberg

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Etwa 70 Helfer bringen 50 Tonnen Kies in die Mühlenau ein, um die Dynamik zu erhöhen und Lebensräume zu schaffen.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2017 | 13:00 Uhr

Pinneberg | Drei Stunden waren für den ersten Bachaktionstag in Pinneberg angesetzt, doch bereits nach etwas über einer Stunde wurden Schaufeln, Spaten und Harken wieder eingesammelt. 50 Tonnen Kies waren zwischen Mühlenstraße und Heinrich-Boschen-Straße ins Bachbett der Mühlenau eingebracht worden, um neue Lebensräume für Fische, Frösche und Wasserinsekten zu schaffen.

„Wir waren einfach viele Helfer, die dann auch noch richtig angepackt haben. Daher ging es so schnell“, erläuterte Barbara Engelschall, Geschäftsführerin des Regionalparks Wedeler Au. Gemeinsam mit Ludwig Tent von der Edmund-Siemers-Stiftung hatte sie den Tag initiiert. „Wir haben die Erfahrung, und die Stiftung hat den Kies finanziert. Für die Stadt Pinneberg ist es aufgrund leerer Kassen ja kompliziert“, sagte Engelschall. Damit war Katja Oldenburg vom Fachdienst Stadt- und Landschaftsplanung der Stadt Pinneberg schnell überzeugt. „Die Stadt hat sich um die Logistik gekümmert und da ihren Teil beigetragen“, erläuterte Engelschall. Ralf Offenborn vom Kommunalen Servicebetrieb sorgte für Arbeitsgeräte, Tische und Bänke und vor allem, dass der Kies entlang des Bachlaufs platziert wurde. „50 Tonnen sind zwei Sattelschlepper oder vier Lkw. Da waren wir natürlich froh, dass wir die Menge nicht allzu weit schleppen mussten“, erläuterte Tent.

Während die Hamburger Bezirke zusammen mit dem Naturschutzbund (Nabu) seit mehreren Jahren Bach- aktionstage durchführen und auch Schenefeld erste Erfahrungen gesammelt hat, war es für Pinneberg eine Premiere. „Dafür war die Unterstützung, vor allem der Vereine, fantastisch“, freute sich Engelschall. Der Nabu Pinneberg, die Naturfreunde und der Sportanglerverein Elmshorn-Barmstadt hatten zahlreiche Mitglieder als Helfer rekrutiert. „Es waren aber auch etwa 15 bis 20 Anwohner und Bürger, die einfach angepackt haben“, sagte Engelschall.

„In der Vergangenheit haben viele Bäche durch Begradigung, Verbau und Gewässerverschmutzung ihre natürliche Kiesfraktion verloren. Die haben wir der Mühlenau zurückgegeben“, erläuterte Tent. Durch die nun eingebrachten Hindernisse soll die Mühlenau mehr Dynamik und Struktur erhalten. „Bislang glich sie einem träge fließenden Kanal“, stellte Tent fest. Zukünftig sollen Forellen, Äschen und Neunaugen wieder einen attraktiven Lebensplatz in der Mühlenau finden – mit Laichplätzen im Kies, in dem sich auch Insekten ansiedeln können. „Mit der Aktion verbessern wir die ökologische Durchgängigkeit des gesamten Fließgewässersystems Düpenau-Mühlenau-Pinnau“, sagte Engelschall. Das sei ein Ziel des von der Metropolregion Hamburg geförderten Projekts „Biotope verbinden und erleben im Regionalpark Wedeler Au“. „Wir wollen es im kommenden Jahr auf jeden Fall wiederholen“, blickte Engelschall bereits in die Zukunft.

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