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Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 01:48 Uhr

Pinneberg : Bachabend mit sieben Solisten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Kulturverein präsentiert ein umfangreiches Programm mit Musik des Komponisten und drei seiner sechs Söhne.

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Der „Große Bachabend“ des Pinneberger Kulturvereins erwies sich als turbulent für den musikalischen Leiter und Pianisten, Cord Graben: Programmänderung in letzter Minute, verschwundene Musiker, verschwundene Notenpulte und mittendrin ging plötzlich das Licht aus. Garben und das Publikum nahmen es mit Humor, denn beim musikalischen Programm des Abends saß alles perfekt.

Vorgestellt wurden Johann Sebastian Bach und drei seiner sechs Söhne. Carl Philipp Emanuel, Wilhelm Friedemann und Johann Christian standen gemeinsam mit ihrem Vater im Mittelpunkt. „Diese Zeit ist die vielleicht aufregendste der Musikgeschichte“, so Garben. Der erste Programmteil war den Söhnen gewidmet. Auf gewohnt hohem Niveau spielten Garben und Simone Eckert Carl Philipp Emmanuel Bachs Sonate für Gambe und Cembalo in g-Moll sowie Björn Westlund die Solosonate für Flöte in a-Moll. Eckert, die auf einer historischen Viola da Gamba spielte, wurde von Garben auf dem modernen Flügel begleitet.

Liu spielt eindrucksvolle Bach-Interpretation

Mit dem Problem der Dynamik – das Hammerklavier ist wesentlich lauter als die dünnen Darmsaiten der Gambe – wussten die beiden Musiker hervorragend umzugehen. Pianistin Fumiko Shiraga präsentierte das Präludium in c-Moll sowie die Polonaise in Es-Dur von Wilhelm Friedemann, die sich mit etwas dünnem Satz wesentlich von den kontrapunktischen Werken seines Vaters unterscheiden.

Wieder komplett anders im Stil erwies sich die von Garben und Eckert vorgetragene Sonate für Cembalo und Viola da Gamba (Warb B 4b) von Johann Christian, dessen Satztechnik bereits stark auf die Klassik weist und insbesondere an Mozart erinnert.

Im zweiten Programmteil, in dem es um den Vater Johann Sebastian Bach ging, erklärte Garben anhand eines Beispiels die Problematik alter Musikliteratur, der sich jeder Musiker stellen muss: „Damals wurden nur die Noten aufgeschrieben, keine Angaben zu Intonation und Dynamik. Bach ist davon ausgegangen, dass die Musiker wissen, was sie damit anfangen sollen – wir heute wissen es nicht mehr.“

Pianist Zhen Yang Liu demonstrierte eindrucksvoll mit der Partita Nr. 6 c-Moll (BWV 830), was in einer Bach-Interpretation alles möglich ist: Phrasierung, Legato-Spiel, die Benutzung des Pedals und das dynamische Herausarbeiten der einzelnen Stimmen sorgten für einen geradezu leichten, beweglichen Bach, der all seine korrekte Steifheit verloren hatte. Pianist Volker Krafft und Naomi Seiler (Viola) hatten noch eine Sonate des Vaters im Gepäck und Jale Papila sang mit ihrer sanften, erdigen Stimme kurze Bach-Lieder. Das Finale bestritten Garben, Shiraga und Papila mit der Matthäus-Passion in einer Ausgabe für Gesang und vier Hände.

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