zur Navigation springen

Gipfeltreffen der Boogie-Brüder : Axel und Torsten Zwingenberger begeistern bei „Jazz im Foyer“-Konzert

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pinneberg: Eine Symbose von Taste und Drumstick. Davon überzeugten sich mehr als 200 Liebhaber der Musik mit den meist nicht mehr als zwölf Takten beim „Gipfeltreffen“ des Brüderpaars im Pinneberger Ratssaal.

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2016 | 16:01 Uhr

Pinneberg | Als Solisten sind sie jeder schon eine Klasse für sich, doch als Duo spielen Axel und Torsten Zwingenberger sozusagen auf dem Boogie-Woogie-Olymp. Davon überzeugten sich mehr als 200 Liebhaber der Musik mit den meist nicht mehr als zwölf Takten beim „Gipfeltreffen“ des Brüderpaars im Pinneberger Ratssaal. „Das Konzert war bereits fast drei Wochen zuvor ausverkauft“, freute sich Günter Kleinschmidt, Vorsitzender des Vereins „SummerJazz“, der die Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Jazz im Foyer“ auf die Beine gestellt hatte.

Die Beatles-Pilzkopf-Frisur ist geblieben, auch der Schnauzbart und das verschmitzte Lächeln. Nur die einst pechschwarzen Haare sind grauer geworden. Aber: Axel Zwingenberger (61), der seine ersten öffentlichen musikalischen Gehversuche Anfang der 1970er-Jahre in verqualmten Hamburger Szenekneipen unternahm und zu den bekanntesten Boogie-Pianisten weltweit gehört, hat sein größtes Kapital – seine Fingerfertigkeit – perfektioniert. Kein Wunder, dass der gebürtige Hamburger mit US-amerikanischen Jazzlegenden wie Big Joe Turner, Lionel Hampton und Champion Jack Dupree auf der Bühne stand.

Nun aber war es die Kreisstadt. „Ich bin eine ganze Weile nicht hier gewesen und freue mich, wieder in Pinneberg zu sein“, begrüßte der Tastenkünstler das Publikum. Gemeinsam mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder Torsten, der sich als Schlagzeuger in der Boogie- und Bluesszene national und international einen Namen gemacht hat, entfachte der Pianist ein wahres Feuerwerk an Trillern, Tremoli, rollenden Bässen, atemberaubenden Rhythmen und klangmalerischen Schlägen. Flott, mitunter etwas bedächtiger – wenn das beim Boogie-Woogie überhaupt so bezeichnet werden kann – und dann wieder nahezu explosionsartig in die Tasten des Steinway-Flügelns greifend, zelebrierte Axel Zwingenberger die Kompositionen. Die meisten aus seiner Feder stammen.

Mitgerissen: Die Besucher spendeten gern und reichlich Beifall.
Mitgerissen: Die Besucher spendeten gern und reichlich Beifall. Foto: Krohn
 

Zwischendurch verriet der 61-Jährige, dass er vor vielen Jahren seine Liebe zur Eisenbahn entdeckte und die stampfende Rhythmik der Dampflokomotiven in viele seiner Stücke einbaute. Davon ließ sich auch sein Bruder Axel inspirieren, der zur Begeisterung der Zuhörer bei einem fulminanten Schlagzeugsolo die Geräusche eines abfahrenden Zugs imitierte, auf Trommeln, Becken, mit einer Glocke und Schlägen auf einen hölzernen Barhocker. Insgesamt war es ein Klasse-Auftritt der „Boogie-Woogie-Brothers“, an dessen Ende sich die Besucher mehrere Zugaben erklatschten.

Vor dem traditionellen Summer-Jazz-Festival, das am 11. August startet, gibt es noch ein Konzert aus der Reihe „Jazz im Foyer“: Am Freitag, 17. Juni, spielt das Jazz-Quintett „Gretchens Pudel“ im Rathaus ab 20 Uhr eine spritzige und kurzweilige Mixtur aus verschiedenen Stilrichtungen des Jazz.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen