Autorennen für den guten Zweck

Thorsten Quast (rechts), Vorsitzender der Elternhilfe, erhielt die Spende aus den Händen von Thomas Knobelsdorf vom Vorstand des Boenne-Rings.
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Thorsten Quast (rechts), Vorsitzender der Elternhilfe, erhielt die Spende aus den Händen von Thomas Knobelsdorf vom Vorstand des Boenne-Rings.

Bönningstedter Verein hilft Eltern kranker Kinder

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14. Februar 2018, 16:00 Uhr

Die Mitglieder des Bönningstedter Vereins Boenne-Ring veranstalteten kürzlich ihr drittes Carrera-Digital-124-Team-Rennen zu Gunsten des Rett-Syndrom-Elternhilfe-Verbandes. Am Ende des Tages konnte Thomas Knobelsdorf vom Vorstand der Slotcar-Fanatiker dem Vorsitzendender Hilfsorganisation, Thorsten Quast, einen Scheck über 2590 Euro aus den Startgeldern plus weitere 825 Euro in Barspenden überreichen und damit das Ergebnis vom Vorjahr um einige Hundert Euro toppen.

Das absolute Highlight der Veranstaltung war eine echte Weltneuheit. Für die vom Rett-Syndrom betroffenen Mädchen stand erstmals eine Inklusions-Carrera-Bahn zur Verfügung, die sie selbstständig nur durch Augenimpulse bedienen konnten. Die Idee dazu hatte Boenne-Ring-Mitglied Frank Lobers. „Ich fand es schade, dass die Hauptpersonen unseres Rennens selbst nicht fahren konnten“, sagte er. Ein erster Versuch mit Carrera-eigener Technik über Infrarot scheiterte, aber die technikbegeisterten Slotcar-Rennfahrer gaben nicht auf. Michael Rosenitz, Vater eines betroffenen Mädchens, baute schließlich einen speziellen Controller, der den gewöhnlichen Handregler durch ein „Pupillen Tracking“, also eine Mausregler-Steuerung mit dem Auge ersetzte.


Steuerung per Augenbewegung

Diese Technik konnten Rosenitz und Chris Hirsch vom Arbeitskreis Unterstützte Kommunikation (AKUK) in den Kommunikationscomputer der schwedischen Hightechfirma Tobii integrieren, den viele Betroffene an ihrem Rollstuhl haben. Auf dem Tablet sind vertikale Spalten sichtbar, wandert der Blick von links nach rechts, fahren die Rennwagen schneller. Zum Bremsen muss der Augapfel in die entgegengesetzte Richtung bewegt werden. Für einen Spurwechsel dient ein Querbalken im unteren Teil des Bildschirms.

Zwei weitere Bedienmodule, ein Schubregler sowie ein Funk-Buzzer, ergänzen die Spielmöglichkeiten, je nachdem über welche Fertigkeiten der Bediener verfügt. Auf der großen insgesamt 28 Meter langen Bahn lieferten sich indes zwölf Teams mit jeweils sechs Piloten spannende Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende siegte am Vormittag das Team „Tischlerei Nico Essig“ mit 42 Punkten sowie 491 gefahrenen Runden. Beim zweiten Rennen am Nachmittag hatte Team „AKUK" mit 30 Punkten und 472 Runden die Nase vorne.

„Wir sind hier, um Spaß zu haben. Hier kann jeder mitfahren“, sagte Bernhard Moskalenko. „Wir haben hier eine schöne, harmonische Bahn, gleichermaßen für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet“, fügte Martin Redel bescheiden hinzu, obwohl die Bahn durch ihre digitale Technik zu einer der modernsten in Europa zählt.

Moskalenko und Redel gehören zu den Gründungsmitgliedern des Vereins vor zehn Jahren. Die Leidenschaft für den Mythos Carrerabahn verbunden mit der Erinnerung an längst vergangene Kindertage, konnte man allen Teilnehmern genauso anmerken, wie den Spaß, den sie daran hatten, damit auch noch Gutes zu tun.

Die besondere, äußerst entspannte Atmosphäre war sicherlich trotz des sanften Brummens der kleinen Flitzer eine willkommene und gleichzeitig heilsame Abwechslung für die betroffenen Familien, die mit ihren Mädchen mitten im Renngeschehen dabei waren. Die Geschwisterkinder waren ebenso am Start mit ihrem Team „Schweiz1“ wie ihre Eltern im Team „Rett-Racer“, die beim nachmittäglichen Rennen schließlich den dritten Platz belegten.

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