Kreis Pinneberg : Autofahrer im Visier der Polizei - nächtliche Großkontrolle auf der Autobahn

In Elmshorn wurden die Fahrzeuge direkt auf der Wittenberger Straße herausgewunken und kontrolliert.
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In Elmshorn wurden die Fahrzeuge direkt auf der Wittenberger Straße herausgewunken und kontrolliert.

„Guten Abend, Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte“: Beamte kontrollieren an vier Ausfahrten der A23 auf Alkohol und Drogen.

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11. Mai 2015, 12:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Was denn auf dem Parkplatz gegenüber der Aral-Tankstelle in Tornesch los sei, wollten zwei Radfahrer wissen. Das Technische Hilfswerk hatte den Platz ausgeleuchtet, etwa 20 Polizisten liefen mit ihren Taschenlampen herum, dirigierten Autofahrer in die Parkbuchten, durchsuchten die Fahrzeuge. „Oh, da kann ich Ihnen nur eine furchtbar langweilige Antwort geben: Es ist eine allgemeine Verkehrskontrolle“, erwiderte der Beamte und winkte das nächste Auto mit seiner Leuchtkelle auf den Parkplatz.

Für die Beamten des Polizei-Autobahn- und Bezirksreviers Pinneberg war es eine besondere Nachtschicht: Eine etwa 60-köpfige Kontrolltruppe verteilte sich auf die A 23-Anschlussstellen Krupunder, Pinneberg-Mitte, Tornesch und Elmshorn und überprüfte zwischen 21 Uhr am Freitag und 2 Uhr am Sonnabend vor allem Autofahrer auf Alkohol- und Drogendelikte. Unterstützt wurde sie von Beamten der umliegenden Reviere sowie der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung in Eutin. „Guten Abend, Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte“, leiteten die Polizisten die Kontrollen am Seitenfenster ein – nie wissend, wie die Fahrer reagieren würden. „Die meisten sind sehr kooperativ“, sagte Britta Fischborn, die Kontrollstellenleiterin in Tornesch.

Auch wenn es an diesem Abend vor allem darum geht, Fahrer unter Alkohol- und Drogeneinfluss herauszufiltern, fragen die Beamten routinemäßig auch nach Warndreieck und Verbandskasten. Ein perfekter Zeitpunkt für Verkehrserziehung: So muss ein nervöser junger Mann erst einmal seinen überdimensionierten Subwoofer aus dem Kofferraum wuchten. „Wäre das hier ein Verkehrsunfall, würden Sie jetzt wertvolle Minuten verlieren“, mahnt der Polizist. Ein Stück weiter liegt ein Kollege unter einem Lebensmitteltransporter, dessen Beschriftung schon zur Hälfte abgefallen ist. „Selbstverständlich überprüfen wir auch den technischen Zustand der Fahrzeuge“, sagt Fischborn. Doch offensichtlich ist der Transporter verkehrssicher, die Ladung gut verstaut. Der Kollege wünscht eine gute Fahrt und lässt den Transporter wieder in die Nacht rollen. Der junge Mann mit dem Megalautsprecher sucht derweil immer noch den Verbandskasten. Auf die seit dem 1. Juli 2014 in jedem Pkw vorgeschriebene Warnweste angesprochen, hat er gleich abgewunken.

‚Ach ja, da war noch was‘

Die Warnwesten sind auch bei Frank Hesse in Elmshorn immer wieder Thema. „Wir hören immer wieder ‚Ach ja, da war noch was‘ von den Fahrern. Meistens ärgern sie sich dann über sich selbst, wenn sie verwarnt werden“, so der Kontrollstellenleiter.

„Großes Kompliment von der Polizei an die Autofahrer im Kreis Pinneberg“, bilanzierte Polizeihauptkommissar Stephan Wirtz nach fünfstündigem Einsatz und zirka 700 kontrollierten Fahrzeugen. Insgesamt gab es kaum Beanstandungen, sowohl im Hinblick auf den technischen Zustand der Fahrzeuge als auch bei der Fahrtüchtigkeit der jeweiligen Fahrer. Doch es gab auch die schwarzen Schafe: Eine Person wurde ohne Versicherungsschutz ertappt. Die insgesamt 27 Drogen- und 48 Atemalkoholtests an den vier Kontrollstellen förderten eine Person mit 1,14 Promille und eine mit 0,66 Promille Atemalkohol zutage, eine Person wurde positiv auf THC getestet.

„Trotz der positiven Bilanz dieser Kontrolle werden wir in unserem Bemühen, die Verkehrssicherheit zu steigern, nicht nachlassen. Auch künftig werden solche Kontrollen in unserem Dienstplan vorgesehen sein“, sagte Wirtz.

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