Hasloh : Auszeichnung für Sänger

Sichtlich stolz präsentierte der Hasloher Männergesangverein seine Zelterplakette.
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Sichtlich stolz präsentierte der Hasloher Männergesangverein seine Zelterplakette.

Hasloher Chor ist für 100-jähriges Bestehen vom Schleswig-Holsteinischen Sängerbund gewürdigt worden.

shz.de von
02. Juni 2014, 12:15 Uhr

Hasloh | Es ist für jeden Chor ein langes Unterfangen, um die begehrte Zelterplakette vom Sängerbund Schleswig-Holstein zu erhalten. Denn diese Plakette können nur Chöre beantragen, die ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Dieses Jubiläum konnte der Hasloher Männergesangverein im vergangenen Jahr feiern. Also suchten die Sänger alle Unterlagen zusammen, füllten Formulare aus und ließen einige Verfahren über sich ergehen – jetzt können sie stolz die Plakette in den Händen halten.

Überreicht wurde sie von der Vorsitzenden des Sängerbundes Heide Simonis. „Jeder Ton, der in den ganzen Jahren je gesungen wurde, muss bei dem Antrag dokumentiert werden, um zu beweisen, wie alt eine Chorgemeinschaft wirklich ist“, erklärte die ehemalige Ministerpräsidentin den Besuchern in der Weißen Villa in Elmshorn.

Die Feier wurde von zwei Chören unterstützt. Der Kinderchor „Die Spatzen“ vom Gemischten Chor in Klein Nordende überraschte die Besucher mit pantomimischem Singen und Chorleiterin Heike Priebe feuerte die Zuschauer zum Mittanzen und Singen an. Außerdem präsentierte der Madrigalchor Elmshorn unter anderem „Wie lieblich ist der Maien“ oder „Musica, die ganz liebliche Kunst“.

Simonis lobte das Durchhaltevermögen des Männergesangvereins. „Wenn der Gesangverein jemals geschlossen werden sollte, ist er womöglich endgültig geschlossen“, sagte die ehemalige SPD-Politikerin. Auch Elmshorns Bürgervorsteher Karl Holbach ließ es sich nicht nehmen, dem Chor für seine herausragenden Leistungen zu gratulieren.

Doch auch der Gesangverein wollte sich bei den Unterstützern bedanken. „Wir freuen uns sehr über diese Plakette und wir versichern ihnen, dass wir noch ein paar Jahre weiter machen werden. Zwar ändern sich die Zeiten, doch wenn die Geschichte nachfließt, ist alles in Ordnung“, betonte der Vorsitzende Dirk Wilke. Er hofft, dass der Chor auch für jüngere Sänger wieder attraktiv wird.

Otto Boelitz (1876-1951), preußischer Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung von 1921 bis 1925, stiftete 1922 drei künstlerisch gestaltete Gedenkblätter als staatliche Anerkennung für Laienchöre. Verliehen wurden sie Gesangvereinen für 50-, 75- und 100-jähriges Bestehen. Wenig später wurden aus den Gedenkblättern goldene, silberne und bronzene Paketten. Diese Zelterplaketten wurden bis 1942 verliehen. Nach dem Krieg ergriff der Deutsche Sängerbund die Initiative, die Plakette wieder ins Leben zu rufen. Am 7. August 1956 unterzeichnete Bundespräsident Theodor Heuss den Erlass, die Plakette erneut zum 100-jährigen Bestehen an Chöre zu verleihen.
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