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Pinneberger Tageblatt

22. September 2017 | 01:15 Uhr

DLRG : Auszeichnung für 64 Helfer

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der DLRG Wasserrettungszug half im Juni 2013 in Lauenburg beim Hochwasser. Nun erhielten die Kräfte eine Ehrung.

shz.de von
erstellt am 17.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Sonntag, 9. Juni 2013, die Sonne strahlt und zahlreiche Menschen sind draußen unterwegs, auch viele der Mitglieder des Wasserrettungszugs der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Kreis Pinneberg. Während sie am späten Nachmittag gerade mit dem Segelboot auf dem Wasser unterwegs sind oder mit dem Motorrad den Harz erkunden, erhalten sie eine Benachrichtigung übers Mobiltelefon: Beim Hochwasser in Lauenburg wird ihre Hilfe benötigt. Das schöne Wetter ist für die 64 Einsatzkräfte des Wasserrettungszugs dann erst einmal zweitrangig, denn ihr erster richtiger Einsatz steht bevor. Innerhalb weniger Stunden packen sie ihre Sachen, organisieren das Team und treffen sich am folgenden Montag in Wedel, um sich pünktlich um elf Uhr auf den Weg nach Lauenburg zu machen, wo sie die folgenden acht Tage Sandsäcke schleppen, Deiche sichern und alles dafür tun, damit das Lauenburger Industriegebiet möglichst wenig durch das Hochwasser beschädigt wird.

Seit diesem Einsatz ist mehr als ein halbes Jahr vergangen und das Land Schleswig-Holstein hat beschlossen, die Mitglieder des DLRG-Wasserrettungszugs des Kreises Pinneberg mit dem Flut-Ehrenzeichen 2013 des Landes Schleswig-Holstein auszuzeichnen. Am Dienstagabend überreichten Landrat Oliver Stolz und Kreispräsident Burkhard Tiemann (CDU) dieses im Auftrag von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) während einer Feierstunde in der Pinneberger Drostei an die Einsatzkräfte. „Sie haben im vergangenen Jahr eine großartige Leistung erbracht. Das Flut-Ehrenzeichen soll Sie stets an diese fantastische Leistung erinnern“, sagte Stolz. Und auch Tiemann bedankte sich für das ehrenamtliche Engagement der Helfer aus Pinneberg, Elmshorn, Barmstedt, Quickborn, Norderstedt und Kaltenkirchen, die gemeinsam den Wasserrettungszug bilden.

Jochen Möller von der DLRG Wedel, der den Einsatz an den ersten Tagen leitete, berichtete, dass er von der Leistung seines Teams in Lauenburg durchaus beeindruckt gewesen sei. „Während des Einsatzes hat alles genauso funktioniert, wie wir es uns vorgestellt haben“, sagte Möller. Und auch die Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsorganisationen – dem Technischen Hilfswerk, dem Deutschen Roten Kreuz und der Bundeswehr – habe sehr gut funktioniert.

Insgesamt hätten während des Einsatzes in Lauenburg mehr als 100 Personen gemeinsam an einem Strang gezogen, um den Menschen vor Ort zu helfen. Der Wasserrettungszug des Kreises habe dabei die Koordination der einzelnen Kräfte und Züge übernommen. „Wir haben in Lauenburg im Zwei-Schichten-System gearbeitet“, sagte Möller. Während die einen die Deiche sicherten, hätten die anderen sich ausgeruht. „Deichsicherung ist auch schwere körperliche Arbeit“, erläuterte Oliver Kusber, der Möller am vierten Einsatztag als Einsatzleiter ablöste. Die Sandsäcke, mit denen die Deiche gesichert werden, seien nicht nur schwer, sondern müssten auch gegen den Widerstand des Wassers bewegt werden. Aber auch die zahlreichen anderen Aufgaben verlangten den Einsatzkräften viel ab, vor allem sei eine ständige Konzentration erforderlich.

„Die Aufgaben, die wir in Lauenburg übernommen haben, hatten wir bereits geübt“, sagte Kusber. Doch als es dann in den ersten Einsatz ging, seien alle aufgeregt gewesen. Denn der Wasserrettungszug des DLRG besteht aus sechs einzelnen Gruppen – einer Tauchergruppe, zwei Bootsgruppen, einer Führungszugtruppe, einer Fachgruppe Sanitätsdienst sowie einer Fachgruppe Technik und Logistik. Jede dieser Gruppen habe einen Dienstabend pro Monat, an dem sie sich auf ihre spezifischen Einsatzaufgaben vorbereite. „Die Bootsgruppe fährt auch an den Hafen und übt, Menschen in der Strömung zu evakuieren“, erläuterte Möller. Und manchmal träfen sich auch mehrere Gruppen, um die Zusammenarbeit zu üben. Hinzu käme die Bewachung der Gewässer in den Sommermonaten.

Während des Elbehochwassers habe sich gezeigt, dass der Wasserrettungszug des Kreises die trainierten Aufgaben auch im Ernstfall anwenden kann. „Das macht uns glücklich“, sagte Möller und verriet, dass das Hochwasser bei den Helfern gemischte Gefühle hervorgerufen habe. „Natürlich waren wir alle entsetzt über das Hochwasser. Aber zu wissen, dass wir auch in einem derartigen Fall helfen können, macht uns stolz.“

Besonders beeindruckt seien die Mitglieder des DLRG-Wasserrettungszugs von der Bevölkerung in Lauenburg gewesen. „Wir haben dort in der Turnhalle der Hasenberg Gesamtschule übernachtet“, berichtete Möller. Eines Tages seien die Schüler zu den Einsatzkräften in die Turnhalle gekommen und hätten ihnen selbstgemalte Bilder überreicht, die sie von den Einsatzfahrzeugen des DLRG, die auf dem Schulgelände geparkt waren, gemalt hätten. „Das hat uns sehr berührt“, sagte Möller.

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