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Pinneberger Tageblatt

24. November 2017 | 01:29 Uhr

Ausschuss will Kita-Neubau

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

ausbau Kindergarten Johannes Politik empört über Kostenexplosion und Verhalten der Kirche als Träger

von
erstellt am 04.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Neubau statt Ausbau des evangelischen Kindergartens Johannes An der Rellau 1  B: Die Mitglieder des Rellinger Ausschusses Kinder, Jugend und Sport (KJS) zogen am Dienstagabend einstimmig die Reißleine und votierten für einen Neubau für etwa 100        Kinder für 2,6 bis drei Millionen Euro. Vorausgegangen war das einhellige Unbehagen über die von der Kirche als Träger bekanntgemachte Kostenexplosion: Der Anteil der Gemeinde zum Ausbau hätte statt 323  700 letztendlich 608  520 Euro betragen.


Gremiums-Vize Schmidt „verärgert“


Zur Erinnerung: Der KJS-Ausschuss hatte am 28. April und 5. September 2016 beschlossen, die Kita-Erweiterung um drei Gruppenräume für zwei Krippen- und eine Elementargruppe mit 323  700 Euro zu bezuschussen. Rolf-Rüdiger Schmidt (CDU), der als Ausschuss-Vize gestern die Sitzung geleitet hatte, war sichtlich verärgert: „Gemeinsam hatten wir uns für die Erweiterung in Form eines Riegels zwischen den vorhandenen Gebäuden der Kita entschieden.“ Nachdem erhebliche Kosten für Planung und Vorarbeiten angefallen seien, habe der Träger festgestellt, dass „für diese Baumaßnahme nachträglich ein Architekten-Wettbewerb seitens der Kirche durchzuführen ist.“

Das sei den Vorgaben der Bauabteilung des Kirchenkreises geschuldet, betonte gestern Kirchenvorstandschef Pastor Lennart Berndt. Die sehen vor, dass, wenn das Bauvolumen – in diesem Fall eine Million Euro – übersteigt, ein Architektenwettbewerb vonnöten ist. Das Ergebnis war ein ähnlicher Riegeleinschub in den Bestandsbau der Kita.

Für die Politiker ein Affront. Denn durch die Zeitverzögerung seien die Zuschüsse verloren, der Eigenanteil dadurch gestiegen. Schmidt bilanziert: „Zusammen mit den voraussichtlich jetzt nicht mehr zur Verfügung stehenden Zuschüssen von Bund, Land und Kreis wären es nun plötzlich 1,3 Millionen Euro.“

Während Kita-Leiter Johannes Engemann gestern sagte: „Es ist schade. Es hätte gut gepasst“, sieht sich Politiker Schmidt massiv in der Verantwortung: „Wir sind für die Einhaltung der uns ursprünglich zugesagten Kosten des Trägers und die solide Verwaltung der Steuergelder verantwortlich.“ Bei aller Verärgerung über die unbefriedigende Situation müsse nun versucht werden, den verlorenen Zeitraum zu überbrücken, um gesetzlich vorgeschriebene Kita-Plätze sicherzustellen.

Fakt ist: Kommunen bauen das Kitaangebot massiv aus. Fördermittel vergibt der Kreis im „Windhundverfahren“. Eile ist geboten. Bürgermeister Marc Trampe (parteilos) kündigte gestern an: „Der Neubau hat Priorität. Der Bedarf im Ort ist dabei am höchsten.“ Peter Geercken (SPD) preschte bereits mit einem Standortvorschlag nach vorn: Warum nicht am Lohacker?

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