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Kreis Pinneberg : Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr des Kreises am Flughafen in Hamburg

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Hamburgs Airport-Chef Michael Eggenschwiler beantwortet Fragen der Ausschussmitglieder. Lärmschutz war Schwerpunkt-Thema.

shz.de von
erstellt am 12.Mär.2015 | 12:15 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft, Regionalentwicklung und Verkehr des Kreises Pinneberg haben am Dienstagabend den Hamburger Flughafen besucht. Während einer Führung über das Gelände hatten sie die Gelegenheit, hinter die Kulissen von Norddeutschlands größtem Flughafen zu schauen. Danach erwartete Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung, die Gruppe im Konferenzcenter des Airports und gab noch einmal persönlich einen Überblick.

Eggenschwiler hob den Wirtschafts- und Arbeitsplatzfaktor hervor. 1950 Menschen seien beim Airport angestellt, „insgesamt sind es allerdings 15  000 Beschäftigte“, sagte er. Damit sei der Airport ein wichtiger Arbeitgeber für die Metropolregion.

Ein Thema, das die Ausschussmitglieder besonders interessierte, war der Lärmschutz. 84 Beschwerden gingen 2014 von Einwohnern aus Quickborn und Hasloh beim Airport ein. Man sei sich seiner Verantwortung gegenüber der Umwelt und der Nachbarschaft bewusst, sagte Eggenschwiler. Bislang seien etwa 40 Millionen Euro in Gegenmaßnahmen investiert worden. „Wir produzieren seit 1997 etwa 35 Prozent weniger Lärm bei fast 70 Prozent mehr Passagieren“, sagte der Flughafen-Chef. So sei bereits eine deutliche Reduzierung der Belastung erreicht worden.

Damit begnügte sich Helmuth Kruse (Grüne) aber nicht: „Inwiefern können Sie verhindern, dass alte, laute Flugzeuge hier landen?“, fragte er. „Durch Lande-Entgelte“, sagte Eggenschwiler. Es gebe sieben Lärmklassen, in die die Flugzeuge eingeteilt seien. Alte Maschinen müssten mehr zahlen, zudem gebe es Zuschläge nach 22 Uhr. „Der Großteil der Flugzeuge, die bei uns landen, ist in der Kategorie, die man als leise einstufen würde“, sagte Eggenschwiler.

Airport-Chef Michael Eggenschwiler während seines Vortrags.  (Foto: Mertin)
Airport-Chef Michael Eggenschwiler während seines Vortrags. (Foto: Mertin)
 

Hamburgs Airport hat ein Nachtflugverbot – allerdings dürfen Flugzeuge in Ausnahmefällen nach 23 Uhr landen. Ulrich Rahnenführer, bürgerliches Mitglied der SPD, fragte, was gegen die „Zuspätkommer“ getan würde. „Auch wir wollen vermeiden, dass die Ausnahmeregel missbraucht wird und begegnen den Fluggesellschaften in diesem Zusammenhang mit viel Nachdruck“, sagte Eggenschwiler. Er gab aber auch zu bedenken, dass es 100 verschiedene Verspätungsgründe gebe.

Hamburg nimmt das Thema Lärmschutz indes sehr ernst: Die Fraktionen der Hamburgischen Bürgerschaft haben sich jüngst auf einen 16 Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog zur Verringerung des Fluglärms verständigt.

In Schleswig-Holstein sind laut Umweltministerium tagsüber schätzungsweise 4430 Menschen und nachts 100  von Lärm durch den Hamburger Flughafen betroffen. In der Stadt sind es tagsüber 51000 und nachts 4400 Personen. Die meisten Betroffenen aus Schleswig-Holstein leben in Norderstedt (2400), gefolgt von Hasloh (920) und Quickborn (480).
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