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Bönningstedt : Ausschuss erfüllt Investoren-Wunsch

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Erst Aufstellungsbeschluss, dann Einzelhandelsgutachten

von
erstellt am 21.Mai.2016 | 16:00 Uhr

Bönningstedt | Drei Jahre ist es her, dass Andreas Krause vom Hamburger Investor Zündorf erstmals in Bönningstedt vorstellig wurde. Sein Anliegen: Das Gelände der Firma Ford Bunge an der Kieler Straße zu überplanen, um dort einen Verbrauchermarkt anzusiedeln. Doch die Landesplanung lehnte einen zweiten Vollsortimenter im Dorf ab (diese Zeitung berichtete).

Die Pläne wurden geändert und Krause erneut vorstellig in der Gemeinde. Nach langem hin und her debattierte der Bauausschuss am Donnerstagabend erneut. Das Ergebnis: Mit sechs Ja- und einer Nein-Stimme empfahl das Gremium der Gemeindevertretung, den Aufstellungsbeschluss zu fassen. Am Donnerstag, 2. Juni, steht das Thema im Gemeinderat auf der Tagesordnung.

Vorausgegangen war der Beratung eine 30-minütige Einwohnerfragestunde. Zirka 50 Besucher verfolgten die Fragen und Antworten.

„Welchen Vorteil hat die Gemeinde davon?“, wollte Kirsten Büttner wissen. Ausschussvorsitzender Björn Kass (CDU) nannte die gesicherte Nahversorgung und die Steigerung der Attraktivität der Gemeinde, während Rolf Lammert (CDU) die zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen hervorhob.

Lara Hoffmann wollte wissen, wie sichergestellt werde, dass der Wert der angrenzenden Grundstücke nicht gemindert werde und die Wohnqualität nicht abnehme. „Was ist in puncto Sicht- und Lärmschutz geplant?“, so ihre Frage. Willi Werner (BfB) erläuterte, dass es zunächst lediglich um den Aufstellungsbeschluss gehe und anschließend im Zuge des Bebauungsplan-Verfahrens (B-Plan) die Anwohner um schriftliche Stellungnahmen gebeten würden. „Wir wollen heute nur die Genehmigung erteilen zu prüfen, ob ein B-Plan aufgestellt wird“, erklärte Werner.

Das sah Grünen-Politikerin Anja Ebens anders: „Der Beschluss bedeutet, dass wir Baurecht schaffen wollen“, betonte sie. Grünen-Fraktionschefin Resy de Ruijsscher ergänzte: „Ich kenne keinen einzigen Aufstellungsbeschluss, wo nachher nicht gebaut wurde.“

Die Landesplanung habe sich unzweifelhaft dahingehend geäußert, dass nur ein Nahversorger im Ort genehmigt werde. Den gebe es bereits am Markt. „Wir entscheiden heute, die Ortsmitte zu verlegen oder nicht“, warnte sie.

Bürgermeister Peter Liske (BWG) erklärte, dass ein Einzelhandels-Konzept unabdingbar sei, um die Genehmigung für einen zweiten Supermarkt zu erhalten. Darin würden die Auswirkungen auf die Gemeinde und die Nachbargemeinden sowie die Handels- und Warenströme untersucht. „Mir wäre es lieber gewesen, wenn wir erst das Konzept erstellen und dann den Aufstellungsbeschluss fassen, um dann mit der Landesplanung in die Diskussion einzusteigen“, sagte er. Es sei jedoch der Wunsch des Investors gewesen, erst den Beschluss zu fassen.

Krause zeigte sich nach dem Beschluss erleichtert. „Das war längst überfällig – jetzt können die Gutachten in Auftrag gegeben werden, um die Ungewissheit zu beenden“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Diese stellten die Grundlage für die weitere Planung dar.

Im Interesse aller Beteiligten sei es wichtig, die Fakten zu kennen. „Erst warten wir aber den Beschluss des Gemeinderats ab“, betonte Krause. Er kündigte an, die Anwohner danach zu einer Gesprächsrunde einzuladen. „Ich habe Verständnis für deren Bedenken“, versicherte er. Ihm seien konstruktive und lösungsorientierte Gespräche wichtig.

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