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Pinneberger Tageblatt

18. August 2017 | 13:14 Uhr

Ausgezeichnetes Lernen in Tornesch

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Qualitätsentwicklung JSS ist Referenzschule des Projekts „Ganztägig lernen“ / Virtuelles Lehrerzimmer eingerichtet

Referenzschule „Ganztägig lernen“ – diesen Titel trägt die Johannes-Schwennesen-Schule in Tornesch aufgrund ihrer Teilnahme an einem bundesweiten Projekt. Insgesamt eineinhalb Jahre wurde die Schule von Fachleuten bei der Qualitätsentwicklung des offenen Ganztags begleitet, viele hilfreiche Verbesserungen für den Schulalltag sind daraus entstanden.

„Gute Ganztagsschulen wollen Lern-, aber auch Lebensort für Kinder sein und sie individuell fördern“, heißt es in der Zielsetzung von „Ganztägig lernen“, einer bildungspolitischen Initiative von Bund, Ländern und dem Europäischen Sozialfond. Von allen Schulen in Schleswig-Holstein, die von dieser qualifizierten Begleitung profitieren wollten, wurden insgesamt 24 Teilnehmer ausgewählt, darunter auch die Johannes-Schwennesen-Schule. Jede dieser „Referenzschulen“ arbeitete an einem schulinternen Projekt, begleitet von den Moderatorinnen der „Serviceagentur“.

Die Esinger Grundschule widmete sich dem Thema „Gemeinsam für das Kind – Vernetzen von Lehr- und Ganztagskräften“. „Wir haben viele Stolpersteine in der Kommunikation beseitigt“, sagt Schulleiterin Janina Wieduwilt. Denn die Lehr- und Ganztagskräfte an der JSS verständigen sich neuerdings über „Schulcommsy“, einem virtuellen Lehrerzimmer. „Die Informationen fließen schneller und sind auch, anders als am schwarzen Brett, später nachschlagbar“, erläutert Wieduwilt.

Neu gestaltet wurden auch die Elterninformationsbriefe, die ausgestellt werden, wenn ein Kind Schwierigkeiten im Lern- oder Sozialverhalten zeigt. „Es handelt sich nun um eine einzige Seite, die vom Klassenlehrer an die Fachlehrer und die Ganztagskräfte geht, bevor sie versandt wird“, so die Schulleiterin. Hilfreich sind auch die „Logbücher“, die die Kommunikation zwischen Lehrern und Hausaufgabenbetreuern im offenen Ganztag regeln. In Kürze eingeführt wird eine neue Hausordnung. „Aus über 40 Regeln haben wir drei Regeln für den Unterricht und die Nachmittagskurse sowie drei Regeln für die Pausen und die Nachmittagsspielzeit entwickelt, das können sich die Kinder merken“, so Wieduwilt, die alle schulinternen Verbesserungen gemeinsam mit der Ganztagskoordinatorin Jennifer Shaw angeschoben hat. „Das ganze Kollegium und die Ganztagsmitarbeiter waren sehr offen dafür.“

Ein wesentlicher Aspekt des Projekts ist außer der Begleitung durch Moderatoren das „Voneinander Lernen in Netzwerken“. Beim Auftakttreffen in Kiel wurden die Schulen daher in Gruppen aufgeteilt, die an ähnlichen Themen arbeiteten. Im Zuge dieses Austausches haben Wieduwilt und Shaw die Grundschule Regenbogen in Satrup, die Gemeinschaftsschule am Hamberg in Burg und das Sophie-Scholl-Gymnasium in Itzehoe besucht. Zudem hospitierten Vertreter anderer Schulen in Tornesch, der Stand der Projekte wurde auf diesen Treffen gemeinsam evaluiert.

Auf dem Landeskongress „Ganztag zwischen den Meeren“ im November in Bad Segeberg stellten dann alle Referenzschulen ihre Ergebnisse vor. „Kommunizierst du schon – oder ärgerst du dich noch?“, so lautete der Titel der JSS-Präsentation. Neben 60 interessierten Schulen aus Schleswig-Holstein nahm auch die Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) teil. „Die Unterstützung durch zwei tolle Moderatorinnen und das Feedback der anderen Schulen war durchweg positiv“, bilanziert Wieduwilt. In ihrer Rede habe die Ministerin angekündigt, dass es 2017 oder 2018 eine nächste Runde geben wird. Für Schulleiterin und Ganztagskoordinatorin Shaw ist jetzt schon klar, dass sie wieder mitmachen werden.

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