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Pinneberger Tageblatt

24. August 2017 | 03:54 Uhr

Pinneberg : Ausgebrannt und abgeschleppt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der gehbehinderten Andrea Reichow wird übel mitgespielt: Erst wird ihr neues Auto abgefackelt und dann das Wrack auch noch kostenpflichtig abgeschleppt, weil es im vorübergehenden Parkverbot steht.

Am vergangenen Sonnabend reißt das Klingeln der Polizei Andrea Reichow aus dem Schlaf. Zehn Meter von ihrer Wohnung in der Köpenicker Straße brennt der neue Ford Mondeo der Pinnebergerin lichterloh. Ein Schock für Reichow. Sie ist gehbehindert und auf ihr Auto angewiesen, hatte sich das Fahrzeug erst vor einem halben Jahr gekauft. „Ich war so stolz auf den neuen Wagen“, erzählt Reichow mit belegter Stimme. Sie ahnt nicht: Damit fängt der Ärger erst an.

Am Dienstagmittag erhält die Pinnebergerin einen Anruf von der Polizei. Sie soll ihr Auto vom Parkplatz entfernen. Wo das ausgebrannte Wrack steht, gilt seit Dienstag vorübergehend Halteverbot. Die Stadtwerke Pinneberg verlegen Glasfaserkabel in der Köpenicker Straße. Die Fahrzeugbesitzerin hatte den Ford bereits am Freitag auf dem Behindertenparkplatz vor dem Haus abgestellt.

Reichow kann und will das Auto nicht wegfahren. Möchte nicht einmal herunterkommen: „Der Anblick wäre unerträglich für mich gewesen.“ Außerdem sei erst am gleichen Tag ein Sachverständiger ihrer Versicherung vor Ort gewesen. Die klare Ansage: Das Auto soll an Ort und Stelle stehen bleiben. „Die Versicherung bemühe sich, das Fahrzeug zu verkaufen und Interessenten sollen sich das Wrack anschauen können.“ An diese Anweisung will sich Reichow halten – außerdem hat der Ford einen Totalschaden, die Windschutzscheibe ist zersprungen, der rechte Vorderreifen geplatzt. Als die Besitzerin nicht zu ihrem Auto kommt, lässt es die Polizei abschleppen.

„Ich habe dann erst einmal auf dem Revier anrufen müssen, um herauszufinden wo der Wagen steht“, ärgert sie sich: „Schließlich können potenzielle Käufer nicht durch Pinneberg laufen und meinen Wagen suchen.“ Der Abschleppdienst bringt den ausgebrannten Ford auf einen öffentlichen Parkplatz. „Das ist immerhin ein Akt der Freundlichkeit“, sagt Reichow. Sie ärgert sich dennoch über das Vorgehen der Ordnungshüter. „In einer solchen Situation hätte man auch anders reagieren können, der Beamte am Telefon war auch sehr unfreundlich.“

Polizeisprecherin Silke Westphal bestätigt auf Nachfrage dieser Zeitung, dass Reichow die Kosten für den Abschleppdienst tragen muss. „Nur wenn die Bauarbeiten ohne Vorwarnung beginnen, zum Beispiel bei einem Rohrbruch, werden die Fahrzeuge auf Kosten der Behörden entfernt.“ In diesem Fall seien die Anwohner aber 72 Stunden vorher über die Maßnahmen informiert worden. Ob es auch ein Ticket fürs Falschparken gibt, konnte die Beamtin noch nicht sagen.

Andrea Reichow hofft, dass die Versicherung den Schaden bald ersetzt. Einfach vergessen wird sie die Brandnacht aber nicht. „Die Vorstellung, dass direkt neben meiner Wohnung jemand mein Auto anzündet ist schlimm.“ Bisher habe sie sich immer sehr sicher gefühlt. „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass so etwas in Pinneberg passiert“, sagt Reichow. Wenn sie sich einen neuen Wagen kauft, will sie sich um einen sicheren Garagenplatz bemühen.

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erstellt am 19.Okt.2013 | 16:00 Uhr

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