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Der Ernst des Lebens beginnt : Ausbildungsstart im Kreis Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Viele Auszubildende fangen am morgigen Montag mit ihrer Ausbildung an. Noch gibt es freie Plätze. Auszubildende müssen sich um Versicherung kümmern.

Kreis Pinneberg | Es ist soweit: Die meisten Schulabgänger, die sich entschlossen haben, in diesem Jahr eine Lehre zu beginnen, sind seit gestern offiziell Auszubildende. Denn für viele beginnt die Ausbildung am 1. August. Der erste Arbeitstag steht ihnen vermutlich dennoch bevor, denn viele Betriebe lassen ihre neuen Lehrlinge erst am Montag zum Dienst antreten.

Junge Menschen, die bisher keine passende Stelle gefunden haben, können dies aber immer noch: „Derzeit sind immer noch Ausbildungsplätze offen“, sagte Gerold Melson, Sprecher der Agentur für Arbeit in Elmshorn.

Melson berichtete, dass der Arbeitsagentur in Elmshorn zwischen Oktober 2014 und Mitte Juli 2015 für dieses Ausbildungsjahr 1628 freie Lehrstellen im Kreis Pinneberg gemeldet wurden. „Das sind ungefähr 60 weniger als im Vorjahr“, sagte der Agentur-Sprecher. Die Zahl der Ausbildungsplatzbewerber sei jedoch etwa um die gleiche Zahl zurückgegangen. Und noch seien etwa 500 dieser Stellen unbesetzt.

Besonders gute Chancen hätten Jugendliche, die sich noch auf der Suche nach einer Berufsausbildung befinden, derzeit in der Gastronomie, im Lebensmitteleinzelhandel, im Friseurhandwerk, in Baumschulen, im Garten- und Landschaftsbau sowie in Elektroinstallationsbetrieben und im Sanitär- und Heizungsbau.  Auch die Industrie- und Handelskammer sagte, dass es sich noch lohne, nach freien Ausbildungsplätzen zu fragen, da einige Plätze kurzfristig wieder frei würden. Aber auch diejenigen, die noch ein Jahr lang zur Schule gehen werden, können sich bereits auf dem Ausbildungsmarkt umsehen.

Ein weiterer Schritt ins Erwachsenenleben

Hunderte junge Menschen aus dem Kreis Pinneberg haben morgen ihren ersten Arbeitstag in ihrem Ausbildungsbetrieb. Für sie ist das ein weiterer Schritt ins Erwachsenenleben. Zum ersten Mal erhalten sie ein eigenes regelmäßiges Einkommen, aber sie müssen plötzlich auch Sachen beachten, um die sich vorher die Eltern gekümmert haben.

Mit Beginn der Ausbildung endet für Lehrlinge – unabhängig von ihrem Gehalt – die Mitgliedschaft in der Familienkrankenversicherung. Ob sie bei der gleichen Gesundheitskasse wie bisher bleiben möchten oder sich lieber über eine andere Gesellschaft versichern, ist ihnen dabei selbst überlassen. Allerdings müssen sie diese Entscheidung laut Margarita Frank, Sprecherin der Techniker Krankenkasse in Schleswig-Holstein, innerhalb von zwei Wochen nach Beginn der Ausbildung treffen.  Bei einem Bruttogehalt von bis zu 325 Euro im Monat, übernehme der Arbeitgeber die gesamten Beiträge der Sozialversicherung.

Die Verbraucherorganisation Geld und Verbraucher  (GVI) rät jungen Menschen zudem, sich bei Beginn ihrer Ausbildung mit dem Thema Versicherung auseinanderzusetzen. Wichtig ist laut GVI eine private Haftpflichtversicherung. Allerdings könnten die meisten Auszubildenden weiterhin über ihre Eltern haftpflichtversichert sein. Ob dies tatsächlich der Fall ist, sollte jedoch dringend überprüft werden, da Lehrlinge sonst mit ihrem eigenen Vermögen für Schäden haften müssen, die sie anderen verursachen. Auszubildende, die in eine eigene Wohnung ziehen, können staatliche Ausbildungsbeihilfe beantragen. Voraussetzung dafür ist unter anderem, dass der Ausbildungsplatz zu weit von ihrem Elternhaus entfernt ist oder sie über 18 Jahre alt sind.

Ob die Ausbildungsbeihilfe bewilligt wird und wie hoch sie ausfällt, hängt davon ab, wie hoch das eigene Ausbildungsgehalt ist, aber auch das Einkommen der Eltern oder des Lebens- beziehungsweise Ehepartners wird eingerechnet.

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erstellt am 02.Aug.2015 | 11:00 Uhr

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