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Die Qual der Wahl : Ausbildung: Zahlreiche Unternehmen präsentieren sich auf der Nordjob

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mehr als 70 Unternehmen präsentieren sich während der diesjährigen Nordjob. 2500 Schüler aus der Region kommen zur Messe.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2016 | 10:00 Uhr

Horst | Die Elbmarschenhalle ist rappelvoll. Schülergruppen schieben sich durch die Gänge zwischen den Messeständen. Dort treffen sie auf die Ausbildungsberater von mehr als 70 Unternehmen aus Norddeutschland. Mehr als 2500 Anmeldungen für die Berufsmesse Nordjob haben die Veranstalter, das Institut für Talententwicklung Nord (IFT) und die Industrie- und Handelskammer zu Kiel (IHK) auf dem Zettel – nach deren Angaben so viele wie nie zuvor. Gestern ist die zweitägige Messe zu Ende gegangen.

Die Nordjob richtet sich an Schüler, die ein oder zwei Jahre vor ihrem Abschluss stehen. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Schüler gerade einmal ein Dutzend Ausbildungsberufe kennen. Das Wissen haben sie oft von den Eltern. Mit der Nordjob wollen wir den Blick weiten und die große Vielfalt der Qualifizierungen darstellen“, sagte Kathrin Walsch, Geschäftsführerin des IFT.

Zur 13. Nordjob für die Regionen Unterelbe und Westküste kamen vor allem Schüler aus den Kreisen Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen. „Viele entdecken hier, dass die Region, in der sie leben und arbeiten können, viel größer ist als ihr Wohnort und dessen unmittelbare Nachbarschaft“, sagte Tanja Büll vom IFT.

„Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind so gut wie nie. Für die Unternehmen wird es immer schwieriger, Bewerber zu finden. Jeder dritte Betrieb in Schleswig-Holstein konnte im vorigen Jahr seine Ausbildungsplätze nicht besetzen“, sagte Hans Joachim Beckers, Geschäftsbereichsleiter Aus- und Weiterbildung der IHK. Die Nordjob sei die ideale Plattform für Unternehmen und Bewerber zusammenzufinden. „Das persönliche Gespräch mit Menschen, die einen Beruf ausüben oder erlernen, hilft bei der Berufswahl“, sagte Paul Raab, Zweigstellenleiter der IHK in Elmshorn.

Hightech in der Messehalle: Kai Kempke und Denise Wulff werben mit einem Roboter für das Unternehmen Loll Feinmechanik aus Tornesch.
Hightech in der Messehalle: Kai Kempke und Denise Wulff werben mit einem Roboter für das Unternehmen Loll Feinmechanik aus Tornesch. Foto: Thieme
 

Tatsächlich haben viele Unternehmen statt Marketingexperten ihre Lehrlinge geschickt. Sie können authentisch aus der eigenen Ausbildung berichten. Zu ihnen gehört Jana Kristin Domnick von Peter Kölln in Elmshorn. Mit ihren Kollegen hat die angehende Kauffrau an den beiden Messetagen mehr als 100 Beratungsgespräche geführt. Tom Eymers, Maximilian Günther, Mukaddes Aktay und Julia Hinsch informieren über kaufmännische und technische Berufe in der Fleischfabrik Döllinhareico in Elmshorn.

Besonders auffallend sind die Unternehmen, die Technik mitgebracht haben. Kai Kempke und Denise Wulff etwa werben mit einem Roboter für Loll Feinmechanik aus Tornesch. „Der Roboter legt Werkstücke in Maschinen ein, damit sie weiter bearbeitet werden können“, sagt Kempke.

Für den schwedischen Autozulieferer Autoliv mit Produktionsstätte in Elmshorn sind Ausbildungsleiterin Franziska Nickel und die Azubis Katharina Jessen, André Westphal und Merle Reichert nach Horst gekommen. „Die meisten Schüler fragen nach Voraussetzungen für die Ausbildung und deren Verlauf. Auch die Übernahmechancen sind ihnen wichtig“, sagte Nickel. Die Vorbereitung auf die Messe unterscheide sich von Schüler zu Schüler stark. „Manche kommen hier top-vorbereitet mit Bewerbungsmappe und sehr präzisen Fragen. Andere wissen nicht einmal, was wir herstellen. Sie scheinen eher von Eltern oder Lehrern geschickt worden zu sein.“

Während der Messe geht es aber nicht nur um die duale Ausbildung. Behörden wie Zoll, Polizei, Bundeswehr und die Verwaltung im Kreis Pinneberg präsentieren ihre Dienstlaufbahnen. Hochschulen werben zudem um Jugendliche mit Abitur. Paul Raab wirbt für die Regionen Unterelbe und Westküste: „Wir haben hier Weltmarktführer in ihrer Branche. Man muss nicht nach Hamburg gehen, um eine gute Ausbildung und gute Übernahmechancen zu finden.“

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