zur Navigation springen

Ausbildung ist der rote Faden ihrer Karriere

vom

Wedel | Wie heißt es so schön breit und platt im Land zwischen Deichen und Meeren: "De is nich vun hier. Hörs du gleich." Stimmt. Wenn eines noch verrät, dass die Wiege von Cornelia Mayer-Schwab nicht in einem norddeutschen Häuschen gestanden hat, dann ist es ihre Sprache.

Rheinland-Pfalz, weit im Süden dort, die schöne Domstadt Speyer: Dort wurde sie geboren, und lange war dies für sie "der Nabel der Welt". Weg von dort, gar ins nördlichste aller Bundesländer - damals war das für sie völlig undenkbar. Heute weiß sie: Es geht, geht richtig gut. Längst ist sie angekommen, über Hamburg nach Wedel, ihre Wahlheimat, in der sie seit 1989 wohnt, wo sie mitgestaltet. Vor allem, wo es um Fort- und Erwachsenenbildung geht. Volkshochschulkurse hat Mayer-Schwab bereits Mitte der 1980er gegeben. Bis heute wirkt sie dort, seit Februar nicht irgendwo, sondern an erster Stelle. Im Chefsessel.

Volkshochschulleiterin - wer da sogleich an Lehrerin oder klassische Pädagogenausbildung denkt, liegt bei Mayer-Schwab daneben. Ihre Berufslaufbahn beginnt mit einen Studium der Betriebswirtschaftslehre. Ein Zahlen- und Statistikmensch? Die Miene, wie häufig beim Zuhören und Nachdenken von hochgezogenen Brauen und gekräuselter Stirn in jugendlicher Neugier geprägt, wechselt über amüsiertes Schmunzeln auf Lachen: "In der Schule war Mathe bei mir ein schlechtes Fach, da hab ich mich so durchgemogelt."

Die Zahlenwelt richtig verstehen, das gelingt ihr erst durch das Bankfachwirtstudium, das sie aufs BWL-Studium draufsattelte. Ok, kein reiner Zahlenmensch. Zu den Bauchentscheidern zählt sich Mayer-Schwab ebenfalls nicht. "Ich nehme mir gern Zeit, um fundierte Entscheidungen treffen zu können."

Anders als Zahlen ist Aus- und Fortbildung etwas, was ihr früh liegt. Personal- und Ausbildungswesen ist bereits im BWL-Studium ihr Schwerpunkt. Er sollte auch den Job-Einstieg bestimmen. Mit positivem Bescheid auf ihre Bewerbung bei einer deutschen Großbank erfährt Mayer-Schwab das Glück, dass sie in dem Bereich landet, der ihr schon immer vorgeschwebt hat: Ausbilderin. "Ich hatte die Chance, einen Beruf zu ergreifen, von dem ich wusste, dass er mir Spaß machen würde. In der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen bin ich aufgegangen."

Sie selbst ist zu diesem Zeitpunkt erst 24. Woher diese Affinität? Auch das sieht Mayer-Schwab nicht als etwas, was ihr in die Wiege gelegt wurde. "Eher zufällig" habe sich diese Leidenschaft ergeben. "Vielleicht durch den Freundeskreis - wir haben viel diskutiert damals, über Politik, speziell Bildungspolitik." Friedensbewegung, Engagement an den Schulen - so sah der aktive Part davon aus.

Beruflich bleibt Mayer-Schwab nach dem Traumstart auf ihrem Weg. Nächste Station heißt auch Großbank, jetzt jedoch das Ausbildungszentrum Mannheim. Nach nur einem Jahr übernimmt sie die Leitung, Anfang der 1980er. Mannheim, das bedeutet die Rückkehr weiter in Heimatstadt-Nähe aus dem weiter entfernten Frankfurter Raum, in den sie zum Berufsstart zog.

Der ihr so wichtige Freundeskreis bleibt dabei immer erreichbar. Bis ihr damaliger Lebensgefährte und heutiger Mann mit einer beruflichen Option ankommt. Nicht Rheinland-Pfalz, nicht Hessen - Hamburg. "Das konnte ich mir zunächst überhaupt nicht vorstellen", erinnert sich Mayer-Schwab an ihre erste und auch zweite Reaktionen. Es ist 1986, als die Überzeugungsarbeit ihres Partners fruchtet. Das Jahr, in dem sie ihn auch heiratet und ihre erste Tochter zur Welt bringt, in der Hansestadt an der Elbe.

Schon mit der Geburt ist Mayer-Schwab klar: Wenn mein Kind ein halbes Jahr alt ist, möchte ich wieder in den Beruf. Ganz abgeben wollte sie ihre Tochter jedoch auch nicht. Also startet sie mit Kursen und Projektarbeit als freiberufliche Dozentin. Als Elbvorort-Bewohnerin verschlägt es die junge Mutter auch nach Wedel, wo sie Kontakt zur VHS aufnimmt und bald Männer und Frauen auf die Ausbilder-Eignungsprüfung vorbereitet. Als Teilnehmerin bei Wedels Familienbildung wechselt sie auch dort bald die Seiten und bietet selbst Kurse an. Projektarbeit an der VHS und Teilzeit-Arbeit bei der Familienbildung mit Schwerpunkt in der Tagesmütter-Qualifikation: So fasst Mayer-Schwab beruflich Fuß in Wedel.

Weil es ihr und ihrem Mann in der Rolandstadt gefällt, sie oft, auch am Wochenende hier sind, zieht die Familie schließlich dorthin - und wird größer: Cornelia Mayer-Schwab bekommt in Wedel einen Sohn und eine weitere Tochter - und durch die Geburt ihrer Kinder auch eine neue Heimat. "Wir haben uns von Anfang an hier wohl gefühlt" - trotz Skepsis der alten Freunde, was die Steifheit der Nordmenschen angeht. "Wir haben das nie so empfunden." Zumal sie Wedel als "ideale Stadt" gerade mit Kindern kennen gelernt hat.

Nur für eine längere Phase ist sie seither von dort weg, kaum dass sie heimisch geworden war: nach Panama. Grund war ein beruflicher Auslandseinsatz ihres Mannes. Drei kleine Kinder, vier Jahre in der Ferne: "Das war schon eine Herausforderung in einem anderen Kulturkreis und einer neuen Sprache." Sie hat sie gemeistert und die Zeit genutzt, nicht nur um Spanisch zu lernen, sondern auch um dort in Projekten der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit mitzuwirken.

In ihrer Freizeit genießt die 57-Jährige, an der Elbe zu sein. Genießt Spaziergänge mit dem Hund, Wedels Natur. Und sie ist so gründlich angekommen, dass sie sagt: "In Wedel möchte ich älter werden und meinen Lebensabend verbringen."

zur Startseite

von
erstellt am 10.Aug.2013 | 03:14 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen