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Tornesch : Ausbau der K 22: Alles wieder auf null?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Interessengemeinschaft will Planungen neu starten, denn die Verbindungsstraße bringe nur 15 Prozent Verkehrsentlastung

„Die Planungen sollten noch einmal völlig neu beginnen“, sagt Michael Krüger (Foto), Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Südtangente. Ansonsten sei zu befürchten, dass aus dem Ausbau der Kreisstraße 22 gar nichts mehr werde. Mehrere Jahrzehnte beschäftigt die K 22 schon den Kreis und die Stadt Tornesch. Rund 30 Millionen Euro soll es kosten, die Verbindung zwischen Uetersen und der Landesstraße 110 in der Nachbarstadt Tornesch auszubauen.

Die Interessengemeinschaft schlägt nun vor, alle bisherigen Diskussionen zu vergessen und einen kompletten Neustart zu wagen. Krüger geht davon aus, dass sowohl in Tornesch als auch auf Kreisebene in Politik und Verwaltung keiner mehr damit rechne, dass das Projekt tatsächlich realisiert wird. Es habe nur keiner den Mut, diese unangenehme Wahrheit auszusprechen. Nicht umsonst habe der Kreistag die für die K 22 bereitgestellten Mittel im aktuellen Haushalt auf 100 000 Euro zusammengeschrumpft. Und das Land setze sowieso andere Prioritäten.

Krüger betont, dass die IG kein Interesse daran habe, den Ausbau komplett zu beerdigen. Dieser sei zweifellos sinnvoll. Nur die geplante Trasse durch den Ortsteil Esingen ist aus seiner Sicht nicht hinzunehmen. „Dadurch wird Esingen zerschnitten“, betont der Vorsitzende. Das will die Interessengemeinschaft verhindern und setzt sich schon seit Jahren für eine weiträumige Verkehrsumgehung ein. Bisher erfolglos. Angeblich sei die derzeitige Trassenführung durch den Ort alternativlos und könne nicht mehr geändert werden, klagt Krüger.

Angenehmer Nebeneffekt für die IG, wenn alles auf null zurückgestellt wird: Dann könnten auch die Vorschläge der Interessengemeinschaft wieder in die Planung aufgenommen werden. Nach Krügers Auffassung ist das sowieso zwingend notwendig. Die neue K 22 bringe nur 15 Prozent Verkehrsentlastung, wenn an den alten Plänen nichts geändert werde. „Dafür 30 Millionen Euro auszugeben, wäre Verschwendung von Steuergeldern“, so der IG-Vorsitzende. Das habe selbst der Bund der Steuerzahler bestätigt. Außerdem dürfe niemand vergessen, dass die K 22-Debatte sich schon Jahrzehnte hinziehe. Dadurch seien die Voraussetzungen heute ganz anders als beim Start der Diskussionen.

 

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