Ausamtung: Scheidung in Etappen

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14. September 2012, 01:14 Uhr

Rellingen | Die Verträge sind unterzeichnet: Zum 1. Januar 2013 übernimmt Quickborn die Verwaltung der Gemeinden Bönningstedt und Hasloh. Das Amt Pinnau ist dann noch für Borstel-Hohenraden, Ellerbek, Kummerfeld, Prisdorf und Tangstedt zuständig.

So weit, so gut - wäre da nicht die Erstellung der Eröffnungsbilanz für das Jahr 2009, die mit der Einführung der doppelten Buchführung ("Doppik") für jede Gemeinde erstellt werden muss. "Das bedeutet, dass das komplette Vermögen einer Gemeinde erfasst und bewertet werden muss", erklärt Detlev Brüggemann, Leiter des Amtes Pinnau. Akten der vergangenen 30 bis 50 Jahre müssten herangezogen werden, um Anschaffung- oder Herstellungskosten zu ermitteln.

Aufgrund des Personalmangels der vergangenen Jahre im Amt Pinnau seien diese Eröffnungsbilanzen jedoch noch nicht fertig, so Brüggemann. Nun drängt die Zeit, denn zum Zeitpunkt der Ausamtung sollten diese Unterlagen fertig sein und an Quickborn übergeben werden. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass die Bilanzen der beiden Gemeinde, die uns verlassen, als Erstes fertig gestellt werden", so Brüggemann.

"Dass Quickborn diese Unterlagen schnell haben möchte, ist verständlich", sagt Ellerbeks Bürgermeister Günther Hildebrand. Dass allerdings in dieser Zeit die Unterlagen der anderen Gemeinden unbearbeitet blieben, obwohl die volle Amtsumlage bezahlt werde, sei ungerecht, so Hildebrand. "Wir bezahlen die Bearbeitung von Bönningstedt und Hasloh mit, dann sollen die Beiden sich auch an den Kosten für die Erstellung unserer Eröffnungsbilanz beteiligen", fordert Hildebrand.

Dem stimmen Haslohs Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) und Bönningstedts Bürgermeister Peter Liske (BWG) jetzt zu: "Alle sieben Gemeinden zahlen und wir werden bevorzugt behandelt - das wäre nicht fair", und Brummund ergänzt "Wir beteiligen uns an den Kosten, das gehört zu einer gerechten Regelung dazu."

Andere Arbeitsüberhänge, also Verwaltungsvorgänge, die vom Amt Pinnau noch nicht abschließend bearbeitet wurden, sollten laut Liske jedoch nicht davon betroffen sein. "Wir wollen, dass alle anderen Akten am 31. Dezember eingepackt und nach Quickborn gebracht werden.

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