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Pinneberger Tageblatt

17. Dezember 2017 | 18:51 Uhr

Hatlapa : Aus Plänen werden Fakten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ab Montag wird weiter verhandelt: Geschäftsführung, Gewerkschaft und Betriebsrat wandeln Absichtserklärungen in Tarifverträge um.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2015 | 16:52 Uhr

Nachdem am Donnerstag die Konzernspitze bekannt gegeben hatte, dass der Standort von Hatlapa in der Rosenstadt erhalten bleibt, ist das große Zittern zunächst vorüber. Am Montag um 8 Uhr gehen laut Kai Trulsson, Geschäftsführer der IG Metall Unterelbe, die Verhandlungen zwischen Geschäftsführer, Gewerkschaft und Betriebsrat weiter, damit aus der Absichtserklärung, viel Geld zu sparen, um konkurrenzfähig zu bleiben, gültige Tarifverträge werden.

Gemeinsam konnte mit Zugeständnissen seitens Belegschaft und Gewerkschaft verhindert werden, dass die finnische Konzernmutter MacGregor, ein Unternehmen der Cargotec-Gruppe, den Standort schließt. Der Schiffszulieferer hat mit Millionenverlusten zu kämpfen. Hatlapa soll durch die geplanten Einschnitte im Jahr 2016 wieder schwarze Zahlen schreiben. Unter anderem werden 100 von etwa 360 Arbeitsplätzen gestrichen und eine Anhebung der Wochenarbeitszeit ist vorgesehen. 60 Mitarbeiter sollen über eine Transfergesellschaft aufgefangen werden. Den bisherigen Auftragseingängen nach wäre der Umsatz von Hatlapa im Jahr 2016 unter 90 Millionen gerutscht.

Im Jahr 2014 machte das Unternehmen mit 94 Millionen Euro Umsatz Millionenverluste. Ähnliche Zahlen werden auch bis Ende dieses Jahres erwartet. Die Folgen der Sparmaßnahmen – beispielsweise Abfindungen und die Kosten für die Transfergesellschaft – kosten Hatlapa fünf Millionen Euro. Dem gegenüber stehen Einsparungen in Höhe von sieben Millionen Euro pro Jahr. „Die Arbeitsplätze und der Standort sind für die kommenden drei Jahre gesichert“, erläutert IG-Metall-Chef Trullsson. Wie es danach weiter geht, werde sich zeigen. „Die Glaskugel haben wir alle nicht.“

Die Freude über die Standortsicherung überwog gestern. Bürgermeisterin Andrea Hansen sagte im Gespräch mit dieser Zeitung, alle hätten mitgezittert, ob der Standort gehalten werden könne. Nun seien alle froh, dass das Traditionsunternehmen in Uetersen bleibe. „Ich finde es sehr imponierend, wie die Belegschaft und der Geschäftsführer gekämpft haben“, sagte Hansen.

Ken Blöcker, Geschäftsführer des Unternehmsverbands Unterelbe-Westküste, äußerte sich gestern ebenfalls erfreut über die Nachricht. „Der Erhalt von Hatlapa in Uetersen ist für die Region von herausragender Bedeutung“, sagte er. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern habe das Unternehmen rechtzeitig ein tragfähiges und vor allem verantwortungsvolles Umstrukturierungskonzept vorgelegt, so Blöcker. „Der Tatkraft der Geschäftsführung und der Kompromissbereitschaft der Belegschaft ist es zu verdanken, dass etwa 260 Arbeitsplätze in Uetersen erhalten bleiben.“

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