Pinneberg : Aus für die älteste Signalanlage

Freie Fahrt: Bürgermeisterin Urte Steinberg und Fachbereichsleiter Roland Schultz stellten gestern die neue Kreuzung an der Bahnhofstraße vor.
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Freie Fahrt: Bürgermeisterin Urte Steinberg und Fachbereichsleiter Roland Schultz stellten gestern die neue Kreuzung an der Bahnhofstraße vor.

Umgestaltung der Kreuzung Bahnhofstraße, Moltkestraße und Verbindungsstraße nach sechs Wochen abgeschlossen.

shz.de von
02. Mai 2015, 10:00 Uhr

Pinneberg | „Genauso macht man es nicht“, sagte Roland Schultz beim Ortstermin an der Bahnhofstraße. Der Leiter des Fachdienstes Verkehrsplanung, Straßen- und Brückenbau beobachtete, wie ein Autofahrer aus Richtung Bahnhof kommend den Haltebereich für Fahrräder einfach ignorierte und die neu geschaffene Fläche vor der roten Ampel belegte. „Das ist sicherlich für einige Autofahrer gewöhnungsbedürftig, aber die Pinneberger werden sich daran gewöhnen“, sagte Schultz und ergänzte: „In Hamburg ist das ganz normal. Nur in Pinneberg gab es das bisher so noch nicht.“

Sechs Wochen dauerten die Arbeiten an der Kreuzung Bahnhofstraße, Moltkestraße und Verbindungsstraße. Drei Tage war die Kreuzung gesperrt. „Damit liegen wir absolut im Zeitplan“, sagte Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos). Genehmigt worden war die 95  000 Euro teure Investition bereits im vergangenem Jahr, um die älteste und laut Schultz eine der anfälligsten Signalanlagen im Stadtgebiet zu ersetzen. „Nun steht hier die modernste Anlage Pinnebergs“, sagte der Fachbereichsleiter. Technisch sei nun eine spezielle Busschaltung eingerichtet worden. Fahrzeuge, die vom Bahnhof kommen, können die Ampel bevorzugt auf Grün stellen. „Wenn es das Programm zulässt, weil kein Auto wartet, schaltet die Ampel dann für die Busse um“, so Schultz.

Autofahrer müssen sich auf mehrere Neuerungen einstellen. In der Bahnhofstraße wurden die Parkplätze von der linken auf die rechte Seite verlegt, um Platz für einen Radweg auf dem Fahrstreifen zu schaffen. „Dieser darf auch gegen die Fahrtrichtung befahren werden“, sagte Steinberg. Ihr Verkehrs-Fachbereichsleiter wies darauf hin, dass auch der bisher existierende Radweg auf dem Bürgersteig genutzt werden könne – aber nicht müsse. „Es handelt sich um einen nicht ausgeschilderten und damit nicht benutzungspflichtigen Radweg“, erklärte Schultz. Auch die Rotphasen sind nun länger als zuvor. Aus Sicherheitsgründen. Zukünftig erhalten Auto- und Fahrradfahrer die gleichen Ampelsignale. Dadurch sollen Gefahrenpotentiale reduziert werden. Da jede Straße eigene Grünphasen erhält, kann dafür ab sofort von der Bahnhofstraße wieder direkt links in die Moltkestraße abgebogen werden. Für Fahrradfahrer, die aus Richtung Bahnhof in die Verbindungsstraße einbiegen, wurde ein Rechtsabbiegerstreifen geschaffen.

„Durch die verschiedenen Maßnahmen profitieren alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen“, sagte die Bürgermeisterin und ergänzte: „Die Verkehrssicherheit wurde in dem Bereich erhöht und gleichzeitig die Fahrradfreundlichkeit der Stadt Pinneberg gesteigert.“ Eine Änderung fehlt der neuen Kreuzung noch: Straßenschilder für die Verbindungsstraße, die künftig – wie vom Bauausschuss beschlossen – „An der Berufsschule“ heißen soll. Warum ist das noch nicht geschehen? Steinburg muss lächeln: „Sobald der Haushalt rechtskräftig ist, haben wir das Geld, um die Schilder bestellen zu können.“

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