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Nach Anwohnerprotesten in Halstenbek : Aus für das Gewerbegebiet

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Gemeinderat fordert jetzt die Prüfung von Alternativflächen – und hat auch noch Probleme mit mobilen Toiletten.

shz.de von
erstellt am 27.Aug.2013 | 10:48 Uhr

Halstenbek | Der Gang in ihr Rathausbüro ist Halstenbeks Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann (parteilos) nach eigenen Angaben gestern Morgen schwer gefallen. Die mehrheitliche Ablehnung der Erweiterung des Gewerbegebiets im Bereich Verbindungsweg durch die Mitglieder der Gemeindevertretung am Montagabend um 21.05 Uhr stieß bei ihr „sauer auf: Ich muss morgen alle interessierten Bewerber anrufen und sie über die neue Situation informieren.“ Kleiner Trost: Ganz ist das Buch nicht zugeklappt. Die Prüfung alternativer Flächen schließt das Mischgebiet in Krupunder ein.

Zur Erinnerung: Die Politiker aller Fraktionen waren ins Grübeln gekommen, nachdem mehr als 150 Anwohner massiv gegen die Erweiterungspläne protestiert hatten. Stein des Anstoßes ist eine geplante, acht Meter hohe Schallschutzmauer, die – nur drei Meter von den Grundstücksgrenzen entfernt – errichtet werden soll.

Ein Verhalten der Politiker, für das Hoß-Rickmann ebenfalls kein Verständnis aufbringen konnte: „Es gibt kaum Flächen ohne nachbarliche Belange. Aber es ist schwierig zu verstehen, dass – wenn Protest aufkommt – der Vorschlag dann zurückgezogen wird. Ein Verweis in die Fraktionen zur weiteren Diskussion wäre mir lieber.“

Doch die Suche nach geeigneten Flächen ist kein Wunschkonzert. Der massive Vorstoß von Helmuth Ahrens (CDU), endlich geschlossen auf die AlsterCity Verwaltungsgesellschaft mbH, A.M.G. Immobilienmakler Gesellschaft, Grundstücksgesellschaft Halstenbek-Immels GbR I/GbR II – hier Greve-Gruppe genannt – als Besitzer des Gewerbegebiets südlich der Wohnmeile zuzugehen, riss alte Wunden auf. Stichworte: Verträglichkeitsanalyse in Sachen verkehrliche Belastung sowie ungelöste Fragen, wer die Zeche des Ausbaus bezahlt. Doch Ahrens ließ nicht locker: „Wir müssen einen Konsens mit Greve finden.“

Unter dem Tagesordnungspunkt 9 „B-Plan 77 – ehemalige Fläche Grundschule Süd“ stand Holger Lange ungewollt im Mittelpunkt. Der Bauamtschef musste erklären, warum für die kommenden Monate Mitglieder von Sportvereinen und die Kinder der Kita „Regenbogen“ bei Bedarf mobile Toiletten-Kabinen an der Sporthalle nutzen müssen.

Die Erklärung: „Die alte Abwasserleitung, die quer durch das vom Investor Manke gekaufte ehemalige Schulgrundstück verläuft, musste gekappt werden. Dadurch vermeiden wir ein Fiasko, wenn später nach dem Bau von 22 Wohneinheiten die kommunale Leitung kaputt gehen sollte.“ Die Vorbereitungen der Ausführungsplanung für eine neue Bewässerungsanlage im Bereich Birkenallee sowie eine neue Feuerwehr-Umfahrt seien aber bereits in der Verwaltung angelaufen.

Jetzt, so Lange, müsse nur noch der Nachtragshaushalt genehmigt werden. Und die kleinen Kita-Kinder brauchen nicht mehr – bevor sie die Sporthalle betreten – auf ihre eigene Komfort-Toilette gehen.

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