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Neu in Pinneberg : Aus der Lutherstadt in den Norden

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die 29-jährige Neu-Pinnebergerin Anne Karakulin absolviert ihr Vikariat an der Osterkirchengemeinde in Kummerfeld.

Kummerfeld | Die evangelisch-lutherische Osterkirchengemeinde in Kummerfeld hat neue Unterstützung bekommen: Die 29-jährige Anne Karakulin hat ihren Dienst in der Kirchengemeinde angetreten, lebt in Pinneberg und wird in Kummerfeld in den kommenden eineinhalb Jahren zur Pastorin ausgebildet. Pastor Bernd Andresen ist froh über die Unterstützung durch die neue Kollegin.

Das Bundesland Schleswig-Holstein ist Neuland für Karakulin. Gebürtig kommt die Vikarin aus einem Dorf in der Nähe der Lutherstadt Eisleben in Sachsen-Anhalt. Die Gemeinde Borstel-Hohenraden, die ebenfalls zur Osterkirchengemeinde gehört, kennt sie aber nun schon seit einigen Monaten. Dort hat sie in der Grundschule während ihres Schulvikariats ein halbes Jahr lang Religion unterrichtet. Jetzt geht es an die Gemeindearbeit, die sich hauptsächlich in Kummerfeld abspielt. Außer dem Kirchenstandort werden aber auch Borstel-Hohenraden und Prisdorf mit betreut.

In Halle an der Saale hat Karakulin Theologie studiert und sie hatte schon immer viel für den Norden übrig, wie sie selbst sagt. „Ich habe ein Semester in Dänemark studiert. Das Klima hier oben kommt mir sehr entgegen“, sagt Karakulin. „Wind, Regen, Leuchttürme und Schafe auf dem Deich: Mir gefällt der Norden sehr gut.“

Auf das wissenschaftliche Theologiestudium folgt für jeden, der evangelischer Pastor oder Pastorin werden will, eine zweieinhalb Jahre dauernde kirchliche Ausbildung. Das Vikariat ist die praktische Vorbereitung für den Beruf des evangelischen Pastors. Wer die Ausbildung durchläuft, wird als Vikar oder Vikarin bezeichnet. Das Vikariat ist dienstrechtlich ein Vorbereitungsdienst, ähnlich dem Referendariat im öffentlichen Dienst. Die zweite Ausbildungsphase geschieht in kirchlicher Trägerschaft, beim späteren Arbeitgeber. In der römisch-katholischen Kirche bezeichnet der Begriff Vikar hingegen den Inhaber eines Hilfsamtes, das durch Delegation bestimmte Befugnisse übertragen worden sind.

In den kommenden Monaten lernt die 29-Jährige alles kennen, was in der Praxis einer Pastorin in spe wichtig ist: Predigten formulieren, die Bibel zitieren Konfirmandenunterricht, Seeelsorge, persönliche Gespräche bei Beerdigungen, Geburtstage n und Taufen. Bisher gefällt Karakulin die Arbeit in Kummerfeld. „Ich finde es gut, dass die Gemeinde so bodenständig ist. Das Miteinander ist sehr gut.“

Der 29-Jährigen gefällt am Pastorenberuf besonders die Vielschichtigkeit. „Die Menschen, denen ich begegne, sind alle so unterschiedlich, und auch die Situationen. Ich begleite sie im Alltag, aber auch der kann immer anders aussehen. Mal fröhlich, und mal traurig. Jeder, der kommt, hat bestimmte Erwartungen und will Antworten von mir. Ich muss mich immer wieder neu auf die Menschen einstellen. Das finde ich spannend.“ Dazu komme, dass sie mit dem Glauben, anderen helfen wolle, besser in ihrem Alltag zurecht zu kommen: „Der Glaube soll eine Bereicherung für das Leben sein. Das möchte ich zeigen und erklären. Einfach, weil ich davon überzeugt bin.“

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