Kreis Pinneberg : Auftragsbücher sind gut gefüllt

Stellten die Ergebnisse der Konjunkturumfrage vor: Die Geschäftsführer Sebastian Koch (links) und Ken Blöcker.
Foto:
Stellten die Ergebnisse der Konjunkturumfrage vor: Die Geschäftsführer Sebastian Koch (links) und Ken Blöcker.

Firmen im Kreis Pinneberg sind zu 92 Prozent mit Aufträgen ausgelastet. Kritik gibt es an den Rahmenbedingungen von Infrastruktur bis Fachkräftemangel

shz.de von
25. Juni 2014, 13:02 Uhr

Die Auftragsbücher der Unternehmen im Kreis Pinneberg sind gut gefüllt. Die Kapazitätsauslastung bewegt sich mit zirka 92 Prozent weiterhin auf hohem Niveau. 85 Prozent der Unternehmen beurteilen die Lage als saisonüblich, 14 Prozent gar als günstig. Dabei sind die Auftragseingänge gar bei 38 Prozent der Unternehmen im Kreis Pinneberg gefallen, bei 47 Prozent gleich geblieben und nur bei 15 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2013 gestiegen. Das geht aus der halbjährlichen Konjunkturumfrage unter den Mitgliedsunternehmen des Unternehmensverbands Unterelbe-Westküste hervor.

Die Geschäftsführer Ken Blöcker und Sebastian Koch stellten die Ergebnisse gestern während einer Pressekonferenz in den Räumen der Firma Usepa in Elmshorn vor. In der Region Unterelbe sind zirka 50 Unternehmen mit 7500 Mitarbeitern vom Unternehmensverband in den Kreisen Pinneberg und Steinburg befragt worden.

„Insgesamt ist die Lage gut“, verdeutlichte Blöcker. Die Umsatzentwicklung für die kommenden sechs Monate beurteilten jedoch nur 38 Prozent der Befragten im Kreis Pinneberg als günstig, zwei Prozent als ungünstig und 60 Prozent als ungewiss. Nur 18 Prozent der Unternehmen erhöhten ihre Investitionen im ersten Halbjahr 2014. Und nur zwölf Prozent erwarten steigende Auftragseingänge in den kommenden sechs Monaten. Immerhin 91 Prozent der Kreis Pinneberger Unternehmen schätzen die wirtschaftliche Entwicklung im kommenden halben Jahr als gleichbleibend ein.
 

„Der Unterelberaum entwickelt sich entsprechend der Trends im Gesamtverbandsgebiet“, heißt es im Konjunkturbericht. Blöcker ergänzt: „Die Westküste hat im vergangenen halben Jahr einen größeren Sprung gemacht als die Unterelbe.“

Zum Fachkräftemangel sagte Blöcker: „Die Unternehmen der Region spüren ihn, aber nur leicht.“ 2013 wurden in der Region Unterelbe mit 206 Auszubildenden bereits 69 mehr eingestellt als geplant – Tendenz steigend. „Viele bilden über den eigentlichen Bedarf hinaus aus“, so Koch. Doch zahlreiche Stellen blieben immer wieder unbesetzt, weil geeignete Auszubildende fehlten.

Koch resümiert: „Die Unternehmen sind auf einem guten Weg, aber mit den Rahmenbedingungen nicht zufrieden. Es gibt viele Unternehmer, die klar sagen: Wenn ich heute neu anfangen würde, dann nicht mehr in dieser Region.“ In den vielen familiengeführten Unternehmen der Region bestehe eine hohe Gefahr bei Generationswechseln. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Unternehmen nicht abwandern und die Arbeitsplätze erhalten bleiben.“

Blöcker verdeutlicht, dass es immer wieder dieselben Themen seien, die die Unternehmen beschäftigten: Probleme mit der Infrastruktur, Fachkräftemangel, steigende Energiepreise, die bürokratische Gängelung bei Auftragsvergaben und die Breitband-Versorgung. Er sagt: Insbesondere sei herauszuhören, „dass der Landesregierung kein großes Vertrauen entgegengebracht wird, die Probleme der Infrastruktur zu lösen.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen