Umstrittene Gas- und Ölgewinnung : Aufstand der Kommunen gegen Fracking

Das Bohrfeld von Exxon Mobil in Bötersen bei Rotenburg-Wümme (Niedersachsen), aufgenommen am 6. Oktober 2012. Auf der Suche nach Erdgas setzt das Unternehmen dort die umstrittene Fracking-Methode ein.
Das Bohrfeld von Exxon Mobil in Bötersen bei Rotenburg-Wümme (Niedersachsen), aufgenommen am 6. Oktober 2012. Auf der Suche nach Erdgas setzt das Unternehmen dort die umstrittene Fracking-Methode ein.

Bokholt-Hanredder beschließt einstimmig eine Resolution für ein Verbot, andere Gemeinden im Kreis Pinneberg wollen nachziehen.

shz.de von
29. Januar 2014, 06:00 Uhr

Kampflos wollen es die Kommunen nicht hinnehmen, dass im Kreis Pinneberg zwecks Öl- und Gasgewinnung Chemikalien in den Boden gepresst werden. Und deshalb beginnt sich der Widerstand gegen das Fracking-Verfahren zu organisieren: Bokholt-Hanredder hat einstimmig eine Resolution beschlossen, in der klar gegen das umstrittene Vorhaben Stellung bezogen wird. Auch in anderen Kommunen sind ähnliche Beschlüsse bereits gefasst oder in Vorbereitung.

Anlass des kommunalen Unmuts: Das für Schleswig-Holstein zuständige Landesamt für Bergbau in Clausthal-Zellerfeld hat der Firma PRD Energy  GmbH die Genehmigung erteilt, im Großraum Elmshorn erste Erkundungen anzustellen. Es gehe derzeit allerdings lediglich darum zu ermitteln, ob  Probebohrungen überhaupt Erfolg versprechend seien, so  Elmshorns  Bürgermeister Volker Hatje. Doch so weit wollen es die Kommunen gar nicht erst kommen lassen.  In ihrer  Resolution fordern deshalb die Gemeindevertreter von Bokholt-Hanredder Landes- und Bundesregierung auf, sich für „ein sofortiges, ausnahmsloses Verbot sämtlicher Formen von Fracking“ einzusetzen. Auch in den Gemeinden des Amtes Elmshorn-Land steht die Anti-Fracking-Front: In Sparrieshoop und Kölln-Reisiek wurden bereits entsprechende Beschlüsse gefasst, in den anderen Gemeinden sind sie in Vorbereitung, so Verwaltungschef Roland Reugels. 

Elmshorn hat den Kreis Pinneberg aufgefordert, sich beim Land dafür einzusetzen, das „Frackingverfahren bis auf Weiteres abzulehnen“. Auch die Kreisverwaltung hat beim Land „auf Risiken des Verfahrens hingewiesen“, sagte Sprecher Marc Trampe. In Pinneberg und Quickborn hat man sich dagegen noch nicht näher mit dem Thema befasst.

Auch der Segeberger Kreistag hat sich per Resolution  gegen Fracking ausgesprochen: Das „Feld Elmshorn“ reicht im Süden von  Pinneberg über Glückstadt, Horst (beides Kreis Steinburg) und  Barmstedt bis fast nach  Kaltenkirchen (Kreis Segeberg).

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