Burkhard Tiemann in der Kritik : Aufregung um Reise des Kreispräsidenten

Kreispräsident Burkhard Tiemann steht wegen einer Fahrt nach Polen in der Kritik.

Kreispräsident Burkhard Tiemann steht wegen einer Fahrt nach Polen in der Kritik.

Wurde eine private Polenfahrt als Dienstfahrt abgerechnet? Tiemann weist die Vorwürfe zurück.

shz.de von
08. März 2016, 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Es gärt in der Kreispolitik. Das, worum es geht, könnte für ein politisches Erdbeben sorgen. Im Zentrum der Debatte steht Kreispräsident Burkhard Tiemann (CDU). Der Vorwurf ist heftig: Er soll eine Privatreise nach Polen als Dienstfahrt abgerechnet haben. Der Kreispräsident weist das energisch zurück. Er habe als Repräsentant des Kreises Kontakte geknüpft. Das stehe ihm zu.

Es geht um eine viertägige Reise im September 2015. Tiemann fuhr nach Polen, um – nach eigenen Angaben – Kontakte mit einem polnischen Landkreis anzubahnen. Zirka 800 Euro rechnete er für Kilometergeld, Tagegeld und Hotelkosten ab. Das wäre im Falle einer Dienstfahrt kein Problem gewesen.

Doch ob es eine Dienstfahrt war, ist umstritten. Denn  einen Auftrag von einem Kreisgremium, eine Partnerschaft in Polen anzubahnen, hatte der Kreispräsident  nicht. „Der Kreispräsident kann laut Kreisordnung gar nicht von jemandem beauftragt werden“, so Tiemann. Eingeweiht hatte er vor der Reise Landrat Oliver Stolz. Und der riet ihm, die Politik vorher zu informieren. Was Tiemann nicht tat.

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„Der Kreispräsident kann laut
Kreisordnung nicht von jemandem beauftragt werden.“

Burkhard Tiemann
Kreispräsident
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Die Behauptung des Kreispräsidenten, der ehemalige Landrat Berend Harms habe ihm quasi eine Generalvollmacht für Dienstreisen erteilt, weist dieser zurück. Eine derartige Vollmacht habe er nie erteilt. Umstritten ist auch, ob Tiemann, wie er behauptet, von den Polen eingeladen worden ist. Angezweifelt wird zudem, dass Tiemann allein unterwegs war. Politiker fordern nun eine genaue Überprüfung der Vorgänge. Sollten die Vorwürfe zutreffen, so FDP-Fraktionschef Klaus  Bremer, müsse der Kreispräsident zurücktreten.

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