Pfadfinder aus Pinneberg : Auf ins Großzeltlager nach Straßburg

Die 14- bis 16-jährigen Pfadfinder aus Pinneberg und Halstenbek starten heute nach Frankreich.
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Die 14- bis 16-jährigen Pfadfinder aus Pinneberg und Halstenbek starten heute nach Frankreich.

Stamm "Nelson Mandela" aus Pinneberg und Halstenbek reist zu dem Jamboree „You’re up“ an der deutsch-französischen Grenze.

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15. Juli 2015, 12:00 Uhr

727 Kilometer sind es von Pinneberg bis ins französische Straßburg. Mit drei VW-Bussen starten am Mittwoch um 9 Uhr 19 Pfadfinder mit ihren fünf Gruppenleitern von Pinneberg gen Südwesten. Ihr Ziel: Das Jamboree „You’re up“, das Pfadfindergroßlager, an der deutsch-französischen Grenze. Dort wollen sie Donnerstagmittag ankommen. Mittwochabend wird ein Stop in einem Gemeindehaus bei Mannheim eingelegt. „Von Eppelheim geht’s dann morgens nach dem Frühstück los“, so der Gruppenleiter Bernd Schumacher. „Eigentlich ist das Jamboree dieses Jahr in Japan, weil das aber für viele so schlecht zu erreichen ist, haben die französischen Stämme noch eines bei sich organisiert“, weiß der 53-Jährige. Er leitet seit sieben Jahren die 14- bis 16-jährigen Pfadfinder des Stammes „Nelson Mandela“ aus Halstenbek und Pinneberg. „Aber bei so einem Großlager war ich noch nie dabei“, räumt der Pinneberger ein und fügt hinzu: „Sie finden aber auch nur etwa alle fünf Jahre in einer solchen Dimension statt.“

Die Ankunft in Straßburg ist für Donnerstagmittag geplant. So wie 15.000 andere Pfadfinder aus der ganzen Welt werden auch die Pinneberger dort bis Donnerstag, 23. Juli, in dem riesigen Zeltlager leben. Insgesamt werden Delegationen aus 28 Nationen erwartet. „Es kommen auch Stämme aus Israel und Kanada“, weiß Schumacher. Pfadfinder aus aller Welt – das bedeutet auch: Etliche Sprachen, etliche Bräuche, etliche Lieder, etliche Kluften und andere Traditionen, die aufeinandertreffen.

Gibt es denn einen gemeinsamen, internationalen Pfadfindergruß? „Na klar“, antwortet Schumacher. Und ohne zu zögern legt er den Daumen auf den kleinen Finger der rechten Hand, die anderen Finger reckt er in die Luft. „Der Zeigefinger steht für Gott, der Mittelfinger für den Nächsten und der Ringfinger für einen selbst. Und der Daumen auf dem kleinen Finger bedeutet, dass die Großen auf die Kleinen aufpassen“, erklärt der Polizist. „Aber obwohl wir zu den katholischen Pfadfindern gehören, ist die Glaubensrichtung nicht wichtig. Auch in Straßburg sind Pfadfinder aller Religionen dabei“, sagt Schumacher. „Und alle vertragen sich – ist das nicht toll?“ Ein Highlight sei zum Beispiel, dass die muslimischen Pfadfinder das Ende des Ramadan feiern werden.

Bei Straßburg entsteht dieser Tage ein Zeltlager so groß wie eine Kleinstadt. Und die sind noch einmal in 25 Dörfer unterteilt. Jedes Dorf hat dann – wie es sich gehört – einen sogenannten Maire, einen Bürgermeister. Außerdem bildet sich ein Rat in jedem Dorf. Um demokratisch Entscheidungen treffen zu können und den Pfadfinderalltag zu organisieren. ,„Wir sind in diesem Dorf mit unserem französischen Partnerstamm untergebracht“, sagt Schumacher. Bereits im April haben sich die Leiter von „St.  Louis Vincennes“ aus der Nähe von Paris und die vom Stamm „Nelson Mandela“ aus Pinneberg in Straßburg getroffen. „Da haben wir die Halstücher mit den Farben der deutschen und französischen Flagge auf dem Bund geschenkt bekommen“, sagt Schumacher und zeigt sein Halstuch. „Beim Jamboree tragen wir nun alle mintfarbene Tücher mit ebenso einem Bund.“

Die Partnerstämme werden sich in den nächsten Tagen besser kennenlernen. „Wir hoffen auf eine langfristige Partnerschaft“, sagt Schumacher.

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