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Pinneberg : Auf den Spuren der Pinneberger Frauen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gudrun Kipp bietet am 15. Oktober einen „Historischen Frauenstadtrundgang“ an.

Pinneberg | Wie haben Frauen in Pinneberg gelebt und gearbeitet? Wie sah ihr Alltag vor hundert oder zweihundert Jahren aus? Was war für die weibliche Bevölkerung der Stadt schwierig und wo konnten sie sich amüsieren? Gudrun Kipp beantwortet diese und mehr Fragen mit ihrem „Pinneberger Frauenstadtrundgang“. Die Gründerin der Pinneberger Frauenberatung begibt sich am 15. Oktober wieder auf die Spuren von Pinnebergs Frauen. Treffpunkt ist um 15.30 Uhr das Café in der Frauenberatung (Dingstätte 25). „Und auch Männer sind herzlich willkommen“, sagt die 69-Jährige und lächelt.

Den Stadtrundgang gab es erstmals für das 125-jährige Stadtjubiläum im Jahr 2000. Kipp wollte – damals noch als Leiterin der Frauenberatung – einen Beitrag leisten. Und so recherchierte sie, durchforstete Pinnebergs und Hamburgs Stadtarchive und fand so einiges heraus. „Das war zum Teil ganz schön mühsam“, sagt die Pinnebergerin. Denn Dokumente zum Thema gebe es wenige.

Ihr Rundgang ist nun in mehrere Bereiche eingeteilt: „Es geht um Frauen, die sich politisch oder sozial engagiert haben, um Mädchenbildung, um Erwerbsarbeit sowie um eine Autorin und um zwei Künstlerinnen“, gibt sie Ausblick. Insgesamt beleuchtet Kipp das Leben von 15 Frauen. Besonders beeindruckt sei sie von Christina Sophia Louise Hennings. Die 1742 geborene Frau heiratete den Arzt und Philosophen Johann Reimarus. „Sie lernte ihn in Hamburg kennen, als sie sich gegen die Pocken impfen lassen wollte“, weiß Kipp. Das Ehepaar lud in Hamburg zum „Theetisch der Aufklärung“ ein. „Dort waren unter anderem Knigge und Humboldt zu Gast. Und mit Lessing schrieb die gebildete Frau regelmäßig Briefe.“

Bei all diesen Geschichten über die Frauen Pinnebergs wundert es, dass nur zwei hiesige Straßen einen Frauennamen tragen. Sie sind nach Clara Bartram, die sich viele Jahrzehnte beim Roten Kreuz engagierte, und nach der SPD-Politikerin Emma Bohnemann benannt. „Die Benennung nach Bohnemann kam aufgrund der Recherchen zum Frauenstadtrundgang und weil die Gleichstellungsbeauftragte und ich uns dafür eingesetzt haben“, sagt Kipp. „Aber die Straße ist sehr kurz, die kennt kaum jemand.“ Immer wieder habe sie sich darum bemüht, neue Straßen nach Frauen benennen zu lassen. Zuletzt bei der Wohnsiedlung Rosenfeld. „Dort haben nun alle Straßen Blumennamen. Aber jetzt wird beim Kasernengelände gebaut und ich habe neue Hoffnungen“, so Kipp.

Die Teilnahme für den 90-minütigen Rundgang kostet sieben Euro. Anmeldung unter Telefon 04101-513147.

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erstellt am 11.Okt.2014 | 16:00 Uhr

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