Wälder im Kreis Pinneberg : Auf dem Weg der Besserung

Frisches, sattes Grün in Laub- und Nadelwäldern: Die düsteren Prognosen hinsichtlich des Waldsterbens haben sich nicht erfüllt.
Frisches, sattes Grün in Laub- und Nadelwäldern: Die düsteren Prognosen hinsichtlich des Waldsterbens haben sich nicht erfüllt.

Baumbestand so gesund wie schon lange nicht mehr. Eichen und Eschen sind derzeit die „Sorgenkinder“

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16. März 2014, 06:00 Uhr

Das große Waldsterben war ein umweltpolitisches, von düsteren Prognosen begleitetes Dauerthema in den 1980er Jahren. Doch davon ist mehr als 30 Jahre später kaum noch etwas zu spüren. Das jedenfalls geht aus dem neuen Waldzustandsbericht hervor, den die Bundesregierung vor wenigen Tagen veröffentlicht hat. Danach sind insgesamt 77 Prozent der Waldflächen in Deutschland im Jahr 2013 nicht oder nur gering beschädigt, 38 Prozent sogar gar nicht mehr beschädigt gewesen. Das sei, so Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, eine Verbesserung von zehn Prozent im Vergleich zum Stand von vor zehn Jahren. Zudem sei auch der Anteil der Bäume mit sogenannter Kronenverlichtung – ein wichtiges Kriterium für den Zustand des Waldes – rückläufig. Dieser beträgt aktuell 23 Prozent. 2012 waren es noch 25.

Für Christian Rosenow, für den Kreis Pinneberg zuständiger Bezirksförster, decken sich diese Werte weitgehend mit seinen Beobachtungen. „Die früheren Prognosen waren aus damaliger Sicht nicht übertrieben. Aber es sind seitdem viele Maßnahmen getroffen worden, insbesondere im Bereich Autoabgase, die tatsächlich zu einer deutlichen Verbesserung geführt haben“, sagt er. Darüber hinaus hätten sich auch die vergleichsweise milden Winter in den vergangenen Jahren günstig ausgewirkt.

Dass von den verschiedenen Baumarten laut dem Bericht noch immer die Eiche die am stärksten geschädigte Spezies darstelle, bestätigt Rosenow ebenfalls. „Eichen werden häufig vom Mehltau befallen. Die Situation hat sich aber gebessert“, so der Experte. Neue „Sorgenkinder“ seien vielmehr Eschen, die seit einiger Zeit von einer Pilzerkrankung heimgesucht würden, dem sogenannten Eschentriebsterben. Das sei kein flächendeckendes Phänomen. „Aber immer wieder stoße ich punktuell auf betroffene Bäume.“ Der Naturschutzbund Deutschland teilt das positive Urteil über die Entwicklung indes nicht unbedingt. „Das trifft schon deshalb nicht zu, weil gut zwei Drittel der deutschen Wälder nicht naturnah sind. Fast die Hälfte besteht nur aus einer Baumart, nur neun Prozent haben gemischte Altersstrukturen“, so Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

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