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Kreis Pinneberg : Auf dem Arbeitsmarkt wird es frostiger

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Metereologisch ist der Winter keiner, doch die Arbeitsagentur sieht typische saisonale Effekte - und trotzdem gute Werte

Der Winter kommt. Was die Meteorologen zwar noch nicht registrieren, spürt die Arbeitsagentur im Kreis Pinneberg hingegen deutlich. Die Zahl der Arbeitslosen geht nach oben. 9035 Menschen waren im Dezember ohne Job. Das sind 341 mehr als im November. Die Arbeitslosenquote, also das Verhältnis der Arbeitslosen zu allen zivilen Erwerbspersonen, stieg von 5,3 auf 5,5 Prozent. "Wir sehen die typischen saisonalen Effekte", sagt Thomas Kenntemich, Chef der Arbeitsagentur in Elmshorn und damit zuständig für den Kreis Pinneberg.

Es ist allerdings nicht allein der Winter, der sich in der Arbeitsmarktstatistik bemerkbar macht. Denn im Dezember 2012 waren 8291 Menschen arbeitslos – 744 weniger als im Dezember 2013. "Wir gehören zu den drei Kreisen mit der geringsten Arbeitslosigkeit im Land. Es wird aber grundsätzlich schwieriger, Arbeitslose und offene Stellen zusammenzubringen", sagt Kenntemich – obwohl die Wirtschaft im Kreis sehr stark ist (diese Zeitung berichtete) und zusätzliche Stellen gemeldet werden.

Ein Grund sei, dass die Qualifikation der Bewerber oft nicht den Ansprüchen der Arbeitgeber genüge. "Wir appellieren an die Arbeitgeber, auch mal rechts und links zu schauen und es mit Bewerbern zu versuchen, die nicht zu 100 Prozent den Vorstellungen entsprechen", sagt Kenntemich. Weitere Hürden seien regionale Gebundenheit oder die Kinderbetreuung in der Familie. Auch Ausländer, Ältere, Behinderte und Langzeitarbeitslose fänden nach wie vor nur schwer einen neuen Job. "Grundsätzlich ist die Lage bei uns gut. Und je weniger Arbeitslose es gibt, desto schwieriger wird es, die verbleibenden zu vermitteln." Die Situation sei in den verschiedenen Branchen sehr unterschiedlich, sagt Kenntemich. Pfleger fänden oft umgehend neue Jobs. In der Logistikbranche dagegen kämen statistisch auf jede Stelle 8,6 Arbeitslose. In der Fertigung, etwa dem Handwerk, seien es 2,4 und im Schnitt aller Branchen 4,9 Arbeitslose pro Stelle.

Nach dem abgelaufenen Jahr zieht Kenntemich ein insgesamt positives Fazit: "Trotz einiger Verschlechterungen im Vergleich zu 2012 ist der Arbeitsmarkt bei uns immer noch auf gutem Niveau."

In diesem Jahr habe sich die Arbeitsagentur vorgenommen, ihr Beratungsangebot zu ergänzen. Kenntemich sagt: "Wir müssen weg von der Massenvermittlung, hin zu einer intensiveren Einzelberatung." Ein neues Team etwa kümmere sich um Kandidaten vor besonderen Hürden wie Schulden.

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erstellt am 08.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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