Auch Mädchen machen sich dreckig

Klamotten hingen über den Köpfen des Publikums und lagen auf der Bühnen.
Klamotten hingen über den Köpfen des Publikums und lagen auf der Bühnen.

Pinneberger Grundschulkinder bringen das Stück „Mädchen – Junge – Kind – Sein“ auf die Bühne

von
03. Juli 2018, 12:51 Uhr

„Eine super tolle Gruppe. Mit denen könnten wir jetzt gut weiterarbeiten“, sagte Charlotte von Blomberg anerkennend über die schauspielerischen Leistungen der 15 Grundschulkinder direkt nach der Premiere des Stückes „Mädchen – Junge – Kind – Sein“ im Geschwister-Scholl-Haus (GSH) in Pinneberg.

Die jungen Darsteller hatten gemeinsam an einem Theaterprojekt teilgenommen, das durch den Verein Brücken der Kulturen und dem GSH in Kooperation angeboten und von der Aktion Mensch komplett gefördert wurde. Theaterpädagogin von Blomberg und ihre Kollegin Klara Strodmeyer arbeiteten drei Monate lang mit den Grundschülern, jeweils einmal pro Woche. Herausgekommen ist eine spritzige, humorvolle und zum Nachdenken anregende Aufführung mit viel Raum für kindliche Kreativität, überschwappende Spielfreude sowie auch kritischer Auseinandersetzung mit modernen Gesichtspunkten von Geschlechterrollen.

„Ich bin Ella. Wäre ich ein Junge, hieße ich Max.“ „Ich bin Samantha. Wäre ich ein Junge, hieße ich Kevin.“ Auf diese Weise stellten sich alle 15 Nachwuchsschauspieler vor, bevor sie drei typische Gendergap-Szenen, die die Geschlechterfrage in den Mittelpunkt stellt. darstellten. Eine Gruppe von Jungen ließ ein Mädchen nicht mit Fußballspielen. Ein Junge wollte lieber ein Mädchen sein. Der jüngere Bruder war auf seinen älteren eifersüchtig, da dieser Taschengeld bekam und alleine ins Kino gehen durfte. Leanda (11) richtete sich daraufhin an das Publikum: „Wer meint, dass Jungen stärker sind als Mädchen, steht bitte auf.“

Eine ähnliche Frage bezog sich auf die Mädchen, ob diese wilder seien. Die meisten Zuschauer standen allerdings erst auf, als die junge Darstellerin sich erkundigte, wer glaube, dass auf dem Schulhof beide gleich wild zusammen rumtoben würden. Nur wenige erhoben sich, als Leanda sich erkundigte, wer wisse, dass es ab dem 1. Januar 2019 offiziell ein drittes Geschlecht gebe. Gerade an dieser Szene merkten die Zuschauer, wie intensiv die Kinder sich während der Projektzeit mit dem Thema auseinandergesetzt haben. „Es gab keinen feststehenden Text, sondern wir haben alles gemeinsam mit den Kindern erarbeitet“, sagte von Blomberg. Dabei lernten die Nachwuchsschauspieler verschiedene Theaterformate kennen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen