Girls und Boys Day im Kreis Pinneberg : Auch die Kreisverwaltung beteiligt sich

Schülerinnen beim experimentieren: Die Fachhochschule Wedel beteiligt sich in diesem Jahr an dem Zukunftstag.
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Schülerinnen beim experimentieren: Die Fachhochschule Wedel beteiligt sich in diesem Jahr an dem Zukunftstag.

Gegenseitig Talente entdecken am 23. April. Unternehmen möchten etwas verändern.

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22. Januar 2015, 13:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Noch immer gibt es viele Berufe, die von Männern dominiert werden. Der Fachbereich Informatik ist ein gutes Beispiel dafür: An der Fachhochschule (FH) Wedel liegt die Frauenquote in diesem Studiengang bei 10 Prozent, an der Nordakademie in Elmshorn sind 20 Prozent der Informatik-Studenten weiblich. Das Problem ist daran deutlich erkennbar: Viele Frauen in Deutschland besitzen eine sehr gute Schulbildung. Trotzdem schließen sie viele Berufsmöglichkeiten bereits von Anfang an aus, weil diese oft als Männerberufe wahrgenommen werden.

Aber auch bei Männern gibt es dieses Phänomen: So sind bundesweit nur 3,3 Prozent der Erzieher männlich. Seit Jahren ist hier fast keine Entwicklung festzustellen. Das Gleiche gilt auch für die Pflege in den Regio-Kliniken, teilte Sprecher Sebastian Kimstädt auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Der seit 2001 jährlich stattfindende Girls Day und der seit 2011 stattfindende Boys Day sollen Vorbehalte abbauen. Am Donnerstag, 23. April, haben Schüler ab der fünften Klasse die Möglichkeit, neue Berufe mit abwechslungsreichen Perspektiven kennenzulernen, ohne sich von Vorurteilen beeinflussen zu lassen. Viele Unternehmen und Organisationen aus dem Kreis Pinneberg beteiligen sich an dieser Aktion. So ist etwa das Wedeler Pharmaunternehmen Astra Zeneca zum elften Mal dabei.

Auch Jörg Meier, Pressesprecher der Nordakademie, hält den Zukunftstag für sinnvoll. Die private Hochschule bietet selbst Plätze für den Girls Day an.

Neue Erfahrungen machen

Nelly Tekhaus, Sprecherin der Fachhochschule Wedel, befürwortet den Girls Day ebenfalls und sagt: „Besonders wichtig ist uns, dass die Mädchen an diesem Tag selbst anpacken können und Material und Geräte benutzen, mit denen sie im normalen Alltag keine Berührung haben“. Der Zukunftstag könne so das Interesse für die sogenannten Mint-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) wecken, meint Helga Karafiat, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Informatik der FH Wedel.

Nicht nur aus Sicht der Mädchen, sondern auch aus der vieler Unternehmen wirkt sich der Girls Day positiv aus: Bei Astra Zeneca hatten sich Teilnehmerinnen nach der Aktion für eine Ausbildung interessiert, sagte Pressesprecher Sebastian Schaffer. Auch in diesem Jahr wolle das Pharmaunternehmen mit dem Girls Day „möglichst viele Mädchen ermutigen, einen beruflichen Weg in Biologie und Medizin einzuschlagen“, so Schaffer.

Zudem bieten auch viele handwerkliche Betriebe Plätze für den Girls Day an, teilt Claudia Moor, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, mit. Sie unterstützt das Projekt ebenfalls. Auch die Pinneberger Kreisverwaltung ermöglicht in diesem Jahr wieder 30 Schülern, den Verwaltungsbetrieb einen Tag lang kennenzulernen. Fünf Plätze sind laut Ausbildungsleiterin Ursula Schwarte bereits vergeben.

Der Termin für den Girls und Boys Day ist der 23. April. An diesem Tag laden Unternehmen, Hochschulen und andere Einrichtungen Schülerinnen ab der fünften Klasse ein, männerdominierte Berufe kennenzulernen. Seit einigen Jahren können  auch Jungen in Frauendomänen hineinschnuppern. Informationen zu beiden Tagen sowie  eine Übersicht von teilnehmenden Betrieben gibt es im Internet. Interessierte können sich online anmelden. Zugleich sind Unternehmen dazu aufgerufen, ihre Aktion online einzutragen und die Schüler auf diesem Weg einzuladen.
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