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Kreis Pinneberg : Asyl: Kreis setzt auf Sammelunterkunft

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

In Sparrieshoop prüft die Verwaltung die Unterbringung von Flüchtlingen in der Sendefunkstelle.

shz.de von
erstellt am 16.Aug.2014 | 14:00 Uhr

Pinneberg | Die Zahl der Aylbewerber im Kreis Pinneberg wächst fast täglich – und damit der Druck auf die Kommunen, die die Menschen unterbringen müssen. Deshalb wird in der Kreisverwaltung intensiv über die Einrichtung einer Sammelunterkunft nachgedacht. Möglicher Standort könnte die ehemalige Sendefunkstelle in Sparrieshoop sein. Gemeinde und Besitzer stehen hinter dieser Lösung. Und auch beim Kreis wird der Vorschlag positiv bewertet.

Monatlich werden dem Kreis etwa 100 Asylbewerber zugewiesen, so Marc Trampe, Sprecher der Kreisverwaltung. Tendenz steigend. „Wir prüfen, in welcher Form wir eine Gemeinschaftsunterkunft im Kreis Pinneberg einrichten können“, sagt er. Die ehemalige Sendefunkstelle in Sparrieshoop sei „auf jeden Fall eine Option“.

Der Kreis hatte alle Kommunen angeschrieben und sie gebeten, mögliche Standorte für eine Sammelunterkunft zu nennen. „Es haben sich noch nicht alle Kommunen gemeldet“, sagt Trampe. Sparrieshoop hat sich indes gemeldet und die Sendefunkstelle genannt, bestätigt Roland Reugels, Leiter des zuständigen Amts Elmshorn-Land.

Auf dem 25 Hektar großen Gelände, auf dem von 1943 bis 1996 eine Sendefunkstelle untergebracht war, stehen mehrere Gebäude. Konkret geht es um das ehemalige Verwaltungsgebäude. „Das ist sehr gut erhalten. Man kann dort mit relativ geringen Umbauten Menschen unterbringen“, so Reugels. Bis zu 100 Personen würden dort nach Informationen dieser Zeitung Platz haben. Besitzer des Areals ist seit 2012 die Immobiliengesellschaft UG, Geschäftsführer ist Ahmet Yazici. Der lässt seine Interessen in Sparrieshoop von seinem Berater Joachim Naumann vertreten. „Wir stehen in Verhandlungen mit dem Kreis“, bestätigt dieser.

Nach der Sommerpause werden sich die Kreispolitiker mit dem Thema Gemeinschaftsunterkunft befassen. Denn um in der Sendefunkstelle eine derartige Unterbringungsmöglichkeit einzurichten, muss der Kreis die Trägerschaft dafür übernehmen. Anschließend gilt es, vom Land die formale Anerkennung als Gemeinschaftsunterkunft zu erhalten. Denn nur dann würde sich das Land mit 70 Prozent an den Kosten für Umbauten und Unterhaltung der Unterkunft beteiligen. Die restlichen 30 Prozent entfielen auf den Kreis.

Sobald das Land zustimmt, könnte alles ganz schnell gehen. Das muss es auch. Reugels: „Wir brauchen Platz. Der Druck ist enorm.“

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