Hasloh : ASB stellt Pläne für Kita-Ausbau vor

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Hasloher Einrichtung am Mittelweg soll zusätzliche Krippengruppe erhalten

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14. September 2018, 16:00 Uhr

„Die Idee, die Krippe auszubauen, finden wir sehr gut. Eltern wollen eine durchgehende Betreuung bis zur Einschulung, ohne wechseln zu müssen“, erläuterte Alexander Frädrich (kleines Foto), Fachreferent Kitas des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB). Im Sozialausschuss der Gemeinde Hasloh stellte er zusammen mit Sören Strohbach (kleines Foto unten), Regionalgeschäftsführer ASB Pinneberg-Steinburg, die Pläne für den Ausbau des Robinson-Kindergartens vor. Doch das wird nicht billig für die Gemeinde.

„Um an durchschnittliche Gebäudestandards von Kitas aufzuschließen zu können, müssten noch wenige zusätzliche Räume ergänzt werden“, sagte Frädrich. Bei einer Erweiterung der Kita müssten zusätzliche pädagogische Nebenräume, ein Personalraum sowie Toiletten für die Mitarbeiter entstehen. Auch in der Küche seien Anpassungen notwendig.

Das habe die Heimaufsicht bestätigt. „In einem Gespräch betonte die Heimaufsicht die Notwendigkeit, das rudimentäre Bestandsgebäude, dessen Raumplan noch auf dem Stand der 1970er Jahre beruhen würde, im Zuge des Krippenbaus auf den aktuellen Stand zu bringen“, sagte Frädrich. Unter anderem sei ein Bewegungsraum unverzichtbar. „Bewegung ist aus pädagogischer Sicht extrem wichtig“, sagte der ASB-Referent.

Etwa 207 Quadratmeter Netto-Fläche sollen in dem Anbau entstehen, in dem zehn neue Krippenplätze untergebracht werden sollen. „Bei der Fläche liegt man irgendwo bei 600 000 Euro“, sagte Ausschussvorsitzender Kay Löhr (FDP). Pro Quadratmeter sei mit etwa 2500 Euro an Baukosten zu rechnen. „Zehn Krippenplätze sind nicht einfach ein Raum mit zehn Kindern drin, sondern bedeuten auch Anpassungen der Infrastruktur in der Kita“, stellte er klar.

„Sie brauchen sicherlich noch den einen oder anderen 1000-Euro-Schein für das Außengelände und Einrichtung“, ergänzte Carsten Möller, Leiter des Fachbereichs Kindertagesstätten in Quickborn. Er schätze die zusätzliche Investition auf 30 000 bis 50 000 Euro. „Vorsichtig geschätzt.“

400 000 Euro hat die Gemeinde für das kommende Jahr für den Ausbau der Kita im Haushalt bereitgestellt. 2557 Euro würde der Kreis Pinneberg pro geschaffenem Krippenplatz zahlen. „200 000 Euro an Bundesmitteln könnten dazukommen. Da müssen wir aber im Konjunktiv bleiben“, sagte Möller.

Von den bereitgestellten etwa 300 Millionen Euro entfielen etwa 4,2 Millionen Euro auf den Kreis Pinneberg. „Hasloh ist nicht die einzige Gemeinde, die ihre Kita ausbaut und Anträge gestellt hat“, erläuterte Möller.
Mit den neuen Plätzen erreiche Hasloh eine Abdeckung der Kinderbetreuung von 53 Prozent. „Das ist mehr als gesetzlich gefordert“, erläuterte Möller. Allerdings werde es langfristig wohl nicht reichen. „Wir hatten Stand August 26 Geburten in der Gemeinde“, berichtete Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD). Bis zum Jahresende seien Mitte 30 zu erwarten. „Auch wenn wir die gesetzliche Quote erfüllen, wird es definitiv nicht reichen.“

Die Bauträgerschaft wird der ASB nicht übernehmen. „Es ist nicht unser Eigentum und aufgrund kleinerer Reibereien in der Vergangenheit kommt das für uns nicht in Frage“, sagte Strohbach. „Wir beraten gern beim pädagogischen Konzept oder der Farbgebung.“

Eine Entscheidung fiel nicht. Die Fraktionen wollen sich nun beraten. Möller gab ihnen mit auf den Weg: „Das sind alles Mindestvoraussetzungen und kein Luxus drin.“ Auf die Frage einer Gemeindevertreterin, ob man nicht Raumgrößen wie den Bewegungsraum kleiner planen könnte, sagte Möller: „Sie können den Bewegungsraum halbieren, aber dann bekommen Sie keine Betriebserlaubnis von der Heimaufsicht. Heutzutage würden Sie für die aktuelle Kita keine Betriebserlaubnis mehr bekommen.“

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