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Nach 32 Jahren : Arno Nicolaisen, der Betriebsleiter der Pinneberger Bäder geht in den Ruhestand

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Schwimmbad ist „sein Baby“ geworden. 32 Jahre lang war Arno Nicolaisen der Betriebsleiter der Pinneberger Bäder. Ende des Monats verabschiedet er sich – etwas wehmütig – in den Ruhestand. Warum er trotzdem öfter im Schwimmbad zu sehen sein wird.

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erstellt am 12.Apr.2016 | 12:30 Uhr

Pinneberg | 32 Jahre ist es her, da hieß es im Pinneberger Tageblatt: Die Stadt hofft, dass Nicolaisen wieder Beständigkeit in diese leitende Funktion bringt. „Diesen Punkt konnte ich abarbeiten“, sagt Arno Nicolaisen und lacht herzlich. Am 1. April 1984 trat er seinen Job in der Burmeisterallee 6 an. Der damals 32-Jährige wurde Pinnebergs neuer Betriebsleiter der Bäder. Mehr als drei Jahrzehnte später verlässt er nun diesen Posten. Es ist Zeit für die Rente.

Nicolaisen wurde 1951 in Flensburg geboren. Mit acht Jahren lernte er Schwimmen, in einem Schwimmkursus, gemeinsam mit seiner Schwester. Später brachte er während seiner beruflichen Laufbahn selbst vielen Jungen und Mädchen das Schwimmen bei. „Es sind etwa 1000 Kinder gewesen“, schätzt er.

„Schwimmbäder haben mich von Anfang an fasziniert“, sagt Nicolaisen, der nach dem Schwimmkursus schnell zur Wasserratte wurde. „Wir hatten damals eben nur Fahrrad und Freibad.“ Das Schwimmbad sei der Treffpunkt schlechthin gewesen. Sogar bei schlechtem Wetter. „Im Freibad hat man ziemlich viel erlebt. Wir waren nach dem Konfirmationsunterricht da, man hatte das erste Mal ein Mädel im Arm...“, schwelgt der heute 64-Jährige in Erinnerungen.

Später musste sein Vater beruflich nach Itzehoe wechseln. Deswegen zog die Familie in die benachbarte Kreisstadt. „Ich habe dort nach der Schule eine Ausbildung zum Schwimmmeistergehilfen – heute nennt man das Fachmeister Bäderbetrieb – gemacht“, sagt Nicolaisen. Er absolvierte seine Meisterprüfung „mit vorzeigbarer Note“ und war vorerst in Itzehoe beschäftigt. „Aber wenn man die Voraussetzungen für eine Badleitung erfüllt, möchte man das ja auch gern machen“, räumt er ein. Da kam ihm 1984 der freie Posten in Pinneberg gelegen. Gegen 15 andere Bewerber setzte er sich durch, wurde von Stadtrat Siegfried Carolus willkommen geheißen.

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„Ich war schon als Kind täglich
im Schwimmbad.
Wir hatten damals nur Freibad und Fahrrad.“

Arno Nicolaisen
Bäderleiter
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Damals gehörte noch ein großes Freibad und ein Badesee zur Anlage an der Burmeisterallee. Es wurde umgebaut, abgebaut, angebaut in den vergangenen drei Jahrzehnten. Nicolaisen blieb. Doch 2012 mussten er und seine 16 Mitarbeiter bangen. Die Schließung wurde diskutiert. Doch Pinnebergs Bürger machten sich für ihr Schwimmbad stark, sammelten mehrere tausend Unterschriften und protestierten vor dem Rathaus stilecht in Bademantel und Schwimmflossen. „Der Anlass damals war nicht schön. Aber es war schön zu wissen, wie viel Rückhalt man in der Bevölkerung hat“, sagt Nicolaisen und blickt auf die Fotos von der Demonstration, die noch heute in seinem Büro hängen.

Generell kennt er jeden Winkel der Anlage. Wie viel Kubikmetwer Wasser in dem Schwimmerbecken sind? „1666“, weiß er auf Anhieb. Für das Schwimmbad wünsche er sich, dass es vernünftig weitergeführt werde. „Nach so vielen Jahren entwickelt man schon eine emotionale Bindung. Das Bad ist mein Baby, würde ich sagen.“

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„Nach so vielen Jahren entwickelt
man eine emotionale Bindung.
Es ist mein Baby, würde ich sagen.“

Arno Nicolaisen
Bäderleiter
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Aber wie sieht denn so ein typischer Tag im Leben des Bäderleiters aus? „Den gibt es gar nicht“, antwortet er ohne Zögern. „Ich war oft von halb 8 bis um 18 Uhr hier. Aber sonst passierte jeden Tag etwas anderes. Und der Mix ist ja auch das Schöne daran“, sagt der Pinneberger und klingt zufrieden. So vielfältig wie sein Berufsalltag seien schließlich auch die Besucher des Schwimmbads: Kinder, Schüler, Freitzeitsportler und Senioren. Eins ist dabei für den 64-Jährigen klar: „Wo Menschen sind, gibt es immer tolle Begegnungen.“ Und wie haben sich die Gäste in 32 Schwimmbadjahren verändert? „Eigentlich gar nicht so viel. Sie wollen hier ihre Freizeit genießen.“ Ein bisschen bedeckter sei man allerdings geworden, zu Zeiten des Smartphones und allgegenwärtiger Kameras. Und es gebe mittlerweile mehr Schwimmkurse für Erwachsene.

Nicolaisens letzter Arbeitstag ist der 29. April. Und danach? „Zum Glück geht meine Frau zeitgleich mit mir in Rente“, sagt er. Gemeinsam möchte das Ehepaar einige Reisen unternehmen. „Ich möchte gern nach Südfrankreich. Darauf habe ich in den vergangenen Jahren immer verzichtet – wegen der langen Autofahrt.“ Außerdem seien die beiden viel mit dem Fahrrad unterwegs. Nicolaisen ist zudem passionierter Hobbyfotograf. Im Pinneberger Schwimmbad wird er trotzdem öfter zu sehen sein. Er habe er zwei Enkelkinder, fünf und zweieinhalb Jahre alt. „Denen bringe ich das Schwimmen bei, dafür habe ich jetzt ja auch bald die Zeit. Und meine Tochter hat sich das gewünscht“, sagt Nicolaisen und lächelt.

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