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Interaktive Grafik : Arbeitsmarkt im Kreis Pinneberg - Langzeitarbeitslose haben es schwer

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Arbeitslosenquote im Kreis Pinneberg von 5,5 auf 5,4 Prozent gesunken. 900 Menschen suchen derzeit einen Ausbildungsplatz.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2016 | 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Pinneberg ist im März um 172 Personen auf 9086 Menschen gesunken. Dies teilte die Arbeitsagentur Elmshorn gestern in ihrem Arbeitsmarktbericht für März mit. Somit ist auch die Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent im Februar auf 5,4 Prozent zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die März-Arbeitslosenquote gleich geblieben, allerdings sind 168 Menschen mehr arbeitslos gewesen als im Vorjahr.

„Saisonal zieht der Arbeitsmarkt langsam wieder an. Die Arbeitslosenmeldungen gehen zurück, im ersten Quartal wurden mehr Arbeitsstellen aufgegeben. Viele Arbeitgeber werden ihre Personaleinstellungen erst nach den Osterferien vonehmen. Die Grundstimmung ist weiterhin positiv“, sagte Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit in Elmshorn. Dass die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, beruhe darauf, dass zunehmend Flüchtlinge zu Kunden der Jobcenter und Arbeitsagentur werden, erläuterte Kenntemich.

Für den Kreis Pinneberg hat der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und des Jobcenters im vergangenen Monat 567 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet bekommen, für den Gesamtbezirk, zu dem auch der Kreis Segeberg gehört, waren es 1156. Seit Januar seien in diesem Jahr mehr freie Arbeitsplätze gemeldet worden als im Vorjahreszeitraum.

Trotz der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt, suche jeder dritte Arbeitslose mehr als ein Jahr nach einer neuen Stelle. Im Kreis Pinneberg gelten derzeit 2991 Menschen als langzeitarbeitslos. „Einmal arbeitslos geworden, finden viele Menschen nicht so schnell wieder einen neuen Job. Oft sind es das fortgeschrittene Alter, gesundheitliche Einschränkungen, fehlende Qualifikationen oder familiäre Betreuungspflichten, die dazu führen. Für Unternehmen gibt es darunter viele interessante Potenziale, die mit individuellen Hilfen zu passenden Arbeitskräften entwickelt werden könnten“, sagte Kenntemich.

Aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs hätten sich im Kreis Pinneberg in diesem Jahr mehr Ausbildungsplatzsuchende gemeldet als im Vorjahr. Die Zahl der Bewerber übersteige die Zahl der freien Ausbildungsstellen, teilte die Arbeitsagentur mit. Mitte März seien noch 900 Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz gewesen. Seit Oktober 2015 haben sich laut Arbeitsagentur 1437 Menschen gemeldet, die eine Ausbildung beginnen möchten, im selben Zeitraum hätten Betriebe 1362 Ausbildungsplätze gemeldet. Die meisten freien Ausbildungsplätze gebe es derzeit zum Kaufmann im Einzelhandel, zum Verkäufer, zur Fachkraft für Lagerlogistik sowie zum Kaufmann im Büromanagement.

Dank der einsetzenden Frühjahrsbelebung ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im März weiter zurückgegangen – um 66.000 auf etwa 2,85 Millionen. Das ist der niedrigste Wert in einem März seit 25 Jahren. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 87.000 Erwerbslose weniger, wie die Bundesagentur für Arbeit gestern in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt hat sich insgesamt weiter positiv entwickelt. Zwar hat sich die Arbeitslosigkeit saisonbereinigt nicht verändert, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist aber erneut gewachsen“, sagte Bundesagentur-Chef Frank-Jürgen Weise. Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl stagnierte bundesweit bei etwa 2,73 Millionen.

Grund für den Rückgang der unbereinigten Arbeitslosenzahl war nach Angaben der Bundesagentur der übliche Frühjahrsaufschwung, der am Arbeitsmarkt im März beginnt. Allerdings fiel die März-Belebung in diesem Jahr etwas schwächer aus als in den vergangen drei Jahren. Die Arbeitsmarktexperten begründeten das unter anderem damit, dass in dem milden Winter auch weniger Arbeitslosigkeit aufgebaut wurde als sonst üblich.

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