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Pinneberger Tageblatt

15. Dezember 2017 | 21:02 Uhr

Premiere : Appen wird jetzt zum Pilgerdorf

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die ökumenische Kirchengemeinde um Pastor Frank Schüler organisiert einen Tag zur seelischen Ertüchtigung.

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2017 | 16:00 Uhr

Appen | Was haben Appen und Santiago de Compostela gemeinsam? Nichts? Das ist nicht ganz richtig: Sie vereint demnächst eine Pilgertradition. Zwar kann Appen in Bezug auf die bedeutungsvolle Pilgergeschichte nicht ganz mithalten, aber jeder fängt einmal klein an. Die ökumenische Kirchengemeinde um Pastor Frank Schüler tut genau das mit der Veranstaltung ihres ersten Pilgertages am Sonntag, 7. Mai: Treffpunkt ist um 10 Uhr an der St. Johannes-Kirche, Appener Straße 2c, in Appen. Dort gibt es einen ökumenischen Gottesdienst. Im Anschluss geht es gesegnet auf den Pilgerweg durch die Natur. Endpunkt ist gegen etwa 15 Uhr wieder die St. Johannes-Kirche.

Die Idee hatten Sabine Leuchtmann und Maren Schulz, zwei begeisterte Pilgerinnen aus Appen. Beide waren schon mehrfach mit dem Pilgerstab unterwegs, unter anderem auf der Via Baltika und Teilstücken des Jakobswegs, dem Camino de Francés. „Zum Pilgern zieht es mich immer wieder hin“, berichtet Leuchtmann, „weil es einem selbst so gut tut“ ergänzt Schulz, „es entschleunigt. Man hat eine gewisse Erwartungshaltung, und so passieren einfach wohltuende Dinge“, beschreibt sie das Besondere am Pilgern.

Nun wollten sie eine Möglichkeit zum Pilgern auch nach Appen bringen. Pilgern können Menschen unterschiedlicher Konfessionen, und auch solche, die sich keiner Konfession zugehörig fühlen, auf der Suche nach Gott oder sich selbst. Wo aber ist der Unterschied zwischen Wandern und Pilgern? „Wandern ist im Schwerpunkt körperliche Ertüchtigung, Pilgern legt den Fokus auf die seelische Ertüchtigung“, differenziert Pastor Schüler. „Aber beides hat fließende Grenzen. Gemeinsam ist die Freude an der Natur, oder Gottes Schöpfung“, sagt er. Wandern sei nicht einfach die gottlose Form des Pilgerns, es könne, manchmal auch unerwartet, ineinander übergehen. Dabei ist Schlüter selbst noch nie gepilgert. „Ich habe aber ein Buch darüber gelesen“, sagt er. Auch deswegen freut er sich über die Idee und Unterstützung von Schulz und Leuchtmann.

Seelische Nahrung

Zu dritt haben sie den Pilgerpfad und auch seelische Nahrung auf der Strecke vorbereitet: Unterwegs werden sie an verschiedenen Punkten innehalten und Gedankenimpulse geben. Auch Rast ist unterwegs geplant, Wasser und Proviant sollte jeder selbst mitbringen. Bei Ankunft wird es keine offizielle Runde mehr geben. „Wir fanden es schön, direkt mit der Pilgererfahrung nach Hause zu gehen und sie nicht mit dem Trubel einer Abschlussrunde zu verdecken“, erläutert Schüler, der auch auf neugierige Erstpilgerer wie ihn selbst hofft.

Angeraten ist wetterfeste Kleidung. Wer hat, kann auch einen Pilgerstab oder eine Pilgermuschel mitbringen. Letztere dient als Erkennungszeichen der Pilgerer untereinander und als Symbol: „Die Muschel beherbergt die Perle. Das macht darauf aufmerksam, dass in einer unscheinbaren Hülle ein wertvoller Kern verborgen sein kann“, erläutert Pastor Schüler.

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