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Bilder, Videos und Eindrücke : Appen musiziert endet nach 25 Jahren mit einem Feuerwerk der Emotionen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Zum Abschied ein Weltrekord: Vor dem großen Feuerwerk läuft ein Stuntman brennend eine Strecke von 250 Meter.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2015 | 12:00 Uhr

Appen | Es war ein rührender Abschied. Zu den Klängen von „Time to say Goodbye“, dem Welthit von Sarah Brightman, bewunderten die Besucher der Benefizveranstaltung „Appen musiziert“ auf dem Sportplatz der Gemeinde das opulente Feuerwerk. Gegen 22.30 Uhr war das Riesen-Event zu Gunsten schwer kranker Kinder Geschichte. Nach 25 Jahren ist Schluss. Der Schöpfer und das Gesicht des Events, Rolf Heidenberger, bekam zum Dank nach dem eigentlichen Feuerwerk noch sein eigenes. Die Würdigung „Danke Rolf“ erleuchtete die Nacht und ermunterte die Menge zum Klatschen.

Heidenberger war sichtlich gerührt. „Das war zusammen mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft der bewegendste Moment“, sagte er gestern. Vor dem Feuerwerk wurde noch ein neuer Weltrekord aufgestellt. Stuntman Denni Düsterhöft rannte brennend in einem feuerfesten Anzug 250 Meter entlang der Rennstrecke des Sportplatzes bis ins Ziel, wo er zügig von seinem Team gelöscht wurde. Damit hat er den bisherigen Weltrekord eines Amerikaners geknackt und die längste Strecke brennend zurückgelegt.

30.000 Besucher, 14.000 verkaufte Tickets und eine Spendenhöhe, die laut Heidenberger zwar erst in den kommenden Tagen feststeht, aber wohl die sechs Millionen Euro-Grenze in 25 Jahren geknackt haben dürfte, sind ein beeindruckendes Ergebnis.

Auf der Bühne wechselten sich die Stars ab: unter anderem Grand-Prix-Star Nicole, Komiker Herr Holm, die Grand Dame des Schlagers Mary Roos, die Kultbands Boney M. und The Les Humphrey Singers und Schlager-Allzweckwaffe Bernhard Brink. Die Wildecker Herzbuben begeisterten mit Hits, die so gar nicht zum Image der beiden Volksmusik-Stars passten: Bei „Sound of Silence“ und „Unchain my Heart“ zeigten sich auch Rock-Fans beeindruckt. „Ich bin absolut begeistert“, sagte Simon Schütt aus Horst. „Das hätte ich nie von denen erwartet.“

Außerhalb der Halle gab es den ganzen Tag über beim Weltkindertag ebenfalls ein Programm, mit mehreren Bühnen, Spielen und den Ständen von 70 Vereinen und Institutionen, die sich präsentierten. Am Tag danach war das große Aufräumen angesagt. Auch in den kommenden Wochen wird Organisator Heidenberger mit dem Abarbeiten des Events beschäftigt sein: Dankesschreiben, Spendenbescheinigungen und weitere administrative Aufgaben warten darauf, erledigt zu werden.

Die Les Humphrey Singers und Boney M. singen zusammen.
Die Les Humphrey Singers und Boney M. singen zusammen.
 

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe er die Veranstaltung erlebt. „Das ist schon schade, dass so ein Mega-Event das letzte Mal abläuft. Da kommt Wehmut auf, aber auch viel Stolz. Dass wir das gemeinsam, nur mit ehrenamtlichen Helfern erreicht haben.“ 738 Freiwillige hatten sich am Sonntag beteiligt. Sowohl von den Künstlern, als auch von den Besuchern habe er viel positives Feedback bekommen. „Die Gäste spüren die Liebe zur Veranstaltung. Die Helfer waren bis zur Erschöpfung dabei.“

Eine Anekdote, die Heidenberger gestern nebenbei verriet, veranschaulicht die Hilfsbereitschaft der Freiwilligen. Zwei Frauen fanden ihr Auto auf dem Gelände der Marseille-Kaserne nicht mehr wieder und wendeten sich verzweifelt an den Fahrer des Shuttle-Busses. Der habe sie kurzerhand nach Hause gefahren. „Stellen Sie sich das mal an der O2- World vor. Da sagt doch jeder: Hol die Zwangsjacke.“

Eine weitere Auflage von „Appen musiziert“ unter seiner Federführung schließt der Organisator aus. Kleinere Events wie ein Bikertreffen wolle er aber durchaus weiter in Appen organisieren. Und als Ansprechpartner stehe er auch zur Verfügung. Lange Urlaub plant er nicht. Er will aber kürzer treten und sich mehr um seinen Garten kümmern. Wegen seiner Krebserkrankung erwarten ihn zudem Untersuchungen. Ganz abschließen kann der 65-Jährige mit seiner Veranstaltung aber noch nicht. „Ich hatte meiner Frau gesagt, dass ich alle Schilder wegwerfe, aber jetzt lege ich sie in den Keller. Vielleicht braucht sie ja noch jemand.

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