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Streit im Bauausschuss : Appen: Die Boulebahn erhitzt die Gemüter

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Alle wollen sie, trotzdem gibt es im Appener Bauausschuss Streit. Sanierung der Schultoiletten beschlossen.

shz.de von
erstellt am 15.Jun.2017 | 14:00 Uhr

Appen | „Alle sind sich einig. Aber trotzdem gehen alle aufeinander los“, stellte Walter Lorenzen (SPD) im Appener Bauausschuss fest. Die vom Seniorenbeirat beantragte Errichtung einer Boulebahn auf dem Sportgelände des TuS sorgte am Dienstagabend im Bürgerhaus für hitzige Diskussionen, obwohl alle Fraktionen das Projekt befürworten. Letztendlich wurde mit den Stimmen von CDU und SPD beschlossen, den Boulebahn-Bau in den Ortsentwicklungsplan aufzunehmen, den die Gemeinde derzeit erstellt. „So können wir eine ganzheitliche Lösung erarbeiten, die allen Appener Bürgern nutzt“, erklärte Simon Brüsch (Foto, CDU). Es müsse unter anderem geprüft werden, ob es für die Bahn einen geeigneteren Standort im Ortskern gebe.

Seine Argumente überzeugten die FDP jedoch nicht. Die Liberalen sprachen sich dafür aus, dem Antrag sofort zuzustimmen und den Bau der Boulebahn zügig in Angriff zu nehmen. Es sei lächerlich, ein Projekt dieser Größenordnung mit Kosten von höchstens 5000 Euro in den Ortsentwicklungsplan aufzunehmen, betonte Bauausschussvorsitzende Heidrun Osterhoff (Foto, FDP). „So wird der Plan zum Aufschiebe-Bahnhof“, kritisierte sie. Die Verzögerung werde den Bemühungen des Seniorenbeirats nicht gerecht. Das wollten CDU und SPD nicht auf sich sitzen lassen. Brüsch ärgerte sich, dass der Eindruck erweckt werde, die CDU sei gegen das Projekt. Stefan Puttmann (SPD) monierte, dass es der Ausschussvorsitzenden nicht zustehe, die Haltung anderer Politiker zu kritisieren.

Wesentlich harmonischer verlief die Debatte über die Sanierung der Schultoiletten und der sanitären Anlagen in der Turnhalle am Almtweg. Beide Vorhaben wurden einstimmig abgesegnet. Die Kosten für die Maßnahmen betragen etwa 143  000 Euro. Davon muss die Gemeinde zwischen 36  000 und 53  000 Euro aufbringen. Den Rest übernimmt das Land. Dank des Landesprogramms zur Sanierung sanitärer Räumen in Schulen bekommt Appen Fördermittel aus Kiel, wenn Arbeiten und Abrechnung bis Ende des Jahres abgewickelt sind. Eine Hürde wurde zumindest schon einmal aus dem Weg geräumt. Da von den Umbauten auch das Büro der Schulsekretärin betroffen ist, suchten Schule, Politik und Amtsverwaltung gemeinsam nach Lösungen, um die Einschränkungen für den laufenden Betrieb so gering wie möglich zu halten. Nun wird das Sekretariat während der Bauarbeiten in einen leer stehenden Klassenraum verlegt.

Die Schule wird die Appener Politik jedoch auch nach der Toilettensanierung weiter beschäftigen. Dach, Heizung, Lehrerzimmer und Verwaltungsräume – es besteht in etlichen Bereichen Sanierungs- oder sogar Erneuerungsbedarf. Besonders die Schaffung von zusätzlichen Räumen für die Betreuungsschule ist zwingend erforderlich. Bei der Schul-Planung ist jedoch nicht berücksichtigt worden, dass bei Umbauten die gleichen Regelungen wie für Neubauten gelten und die Barrierefreiheit sichergestellt werden muss. Deshalb führt wohl kein Weg daran vorbei, einen Aufzug in das Gebäude zu integrieren. Die Zusatzanforderungen kosten die Gemeinde Zeit und Geld.´

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