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Pinneberg : Anwohner verärgert über den alltäglichen Baustellenwahnsinn

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Verkehrschaos in der Manfred-von-Richthofen-Straße: Stellflächen vor Hebammen- und Tierarztpraxis immer blockiert.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2015 | 14:00 Uhr

Pinneberg | Mütter mit ihren Babys und Herrchen mit ihren kranken Tieren haben das Nachsehen: Sowohl vor der Hebammen- als auch vor der Tierarztpraxis in der Manfred-von-Richthofen-Straße sind täglich alle Parkplätze besetzt. Die Pinneberger Stadtwerke haben dort einen Teil der Stellplätze gemietet. Sie bauen das Glasfasernetz aus. Der Rest der Parkplätze wird von Autofahrern aus den Nebenstraßen blockiert. Auch dort wird gebuddelt. Die Nerven der Anwohner liegen blank, denn ein Ende des Baustellenchaos’ ist nicht Sicht.

Baustellen – und kein Ende: Die Pinneberger Bürger können ein Klagelied davon singen. Besonders schlimm ist es derzeit in der Manfred-von-Richthofen-Straße. „Weil die Richard-Köhn-Straße gesperrt ist, werden unsere Straße und die angrenzende Osterholder Allee als Entlastungsstraße in Richtung Innenstadt und Bahnhof genutzt“, sagt Anette Penkert.

Doch dem nicht genug: In der Manfred-von-Richthofen-Straße bauen die Stadtwerke auch noch bis zum Jahresende das Glasfasernetz aus. Damit angefangen haben sie im März. Danach geht es in der Osterholder Allee weiter. Ein Ende ist nicht in Sicht – die Anwohner stöhnen. Unter der Last des vermehrten Verkehrs, wegen genervter Autofahrer, die zu schnell durch die Straße heizen, wenn sie denn können.

Ortstermin gestern Morgen mit aufgebrachten Bürgern. Die Fahrbahn ist auf eineinhalb Spuren verengt. Auf den wenigen Parkplätzen stehen Container und auch Rohre werden dort gelagert – die Stadtwerke haben die Stellflächen vorübergehend gemietet. Auch Anwohner aus den Seitenstraßen, in denen ebenfalls gebaut wird, parken hier. Baufahrzeuge kurven umher, Autos stoppen, Springerlücken sind kaum vorhanden. Schüler auf Rädern und Passanten teilen sich den Bürgersteig. Die Kreuzung in unmittelbarer Nähe ist nicht einzusehen, weil ein Sprinter dort viel zu nah parkt – der alltägliche Verkehrswahnsinn. „Einmal im Jahr gibt es dort einen schweren Unfall“, sagt Ute Delfs-Siemer. Sie hat Angst um die Schüler auf ihrem Schulweg zum Theodor-Heuss-Gymnasium. „Da kann man zum Wutbürger werden“, sagt sie.

Die Richard-Köhn-Straße ist gesperrt – der Verkehr wird über die umliegenden Straßen abgewickelt. (Foto: Erdbrügger)
Die Richard-Köhn-Straße ist gesperrt – der Verkehr wird über die umliegenden Straßen abgewickelt. (Foto: Erdbrügger)
 

Leidtragende sind auch diejenigen, die zur Hebammen- oder Tierarztpraxis, zum Allgemeinmediziner oder zur Dialyse wollen. Weil es dort keine freien Parkplätze mehr gibt, müssen sie weite Wege in Kauf nehmen – oder bleiben gleich ganz weg.

„Es ist katastrophal für die Mütter mit Babytragetaschen. Sie wiegen bis zu 16 Kilogramm“, sagt Hebamme Elisabeth Schmitz-Mainka. Zwei Mütter seien an diesem Morgen erst gar nicht gekommen. „Es kommen wenige Kunden zu mir, seitdem hier die Parkplätze blockiert sind“, hat auch Tierärztin Dr. Katja Arndt festgestellt.

„Wir hätten uns gewünscht, dass man das alles besser koordiniert. Eine Baustelle nach der anderen, peu à peu“, fordern die Anwohner. Anette Penkert hat an die Stadtwerke geschrieben. „Aber bis heute keine Antwort erhalten“, sagt sie. Dabei hat sie dem Unternehmen Vorschläge unterbreitet, wie zum Beispiel das Einrichten von Springerlücken, in denen nicht geparkt werden darf, oder die Manfred-von-Richthofen-Straße vorübergehend als Einbahnstraße bis zum Bahnhof auszuweisen. Die Anwohner fühlen sich von Politik und Verwaltung im Stich gelassen. „Mein Opa war Grundschullehrer in Thesdorf und hat den Kneippverein in Pinneberg gegründet. Wir sind Alt-Pinneberger, aber für uns tut man nichts, sondern nur für die Neubürger“, drückt Delfs-Siemer ihre Enttäuschung aus. Anette und Rolf Penkert sehen das genauso.

„Der Verkehr wird noch schlimmer“, befürchtet Rolf Penkert und spielt auf die Ex-Eggerstedt-Kaserne an, wo 250 Wohneinheiten entstehen. „Aber die Politiker machen nichts, und keiner haut auf den Tisch. Die Bürger sollten demonstrieren“, sagt Rolf Penkert.

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