Interview : „Anwohner sollen von Straßenausbaubeiträgen entlastet werden“

Uwe Lange, Chef der Bürgernahen, fordert eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der hauptamtlichen Verwaltung und den ehrenamtlichen Politikern.
Uwe Lange, Chef der Bürgernahen, fordert eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der hauptamtlichen Verwaltung und den ehrenamtlichen Politikern.

Der Fraktionsvorsitzenden der Bürgernahen Uwe Lange blickt mit shz.de auf 2018.

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24. Januar 2018, 16:20 Uhr

Pinneberg | Das alte Jahr Revue passieren lassen und einen Blick in die Zukunft werfen – traditionell fragt shz.de Anfang eines neuen Jahres die jeweiligen Fraktionschefs in Pinneberg um ihre Meinungen und Einschätzungen. Im letzten Interview der Reihe kommt Uwe Lange, Fraktionsvorsitzender der Bürgernahen, zu Wort.

Frage: Was hat Sie 2017 gefreut, was hat sie geärgert?
Uwe Lange:
Unabhängig von der Politik, an der man sich auf der Bundesebene mehr ärgern konnte, hat mich in 2017 der erneute Klassenerhalt des HSV in letzter Minute gefreut. Geärgert hat mich der völlig überflüssige G20-Gipfel in Hamburg sowie die blinde Zerstörungswut der Linksradikalen Chaoten aus ganz Europa.

Bundestagswahl: Jamaika, GroKo oder Minderheitsregierung – was wäre Ihnen am liebsten?
Die Regierungsbildung ist bislang ein Trauerspiel unserer politischen Eliten. Ich wäre für Neuwahlen, weil die jetzigen Gespräche zwischen CDU/CSU und SPD nur zu faulen Kompromissen führen werden, die den Bürger unterm Strich viel Geld kosten werden. Bei einer erneuten GroKo würde die SPD noch den letzten Funken an Glaubwürdigkeit verspielen.

Haben Sie Ihre lokalpolitischen Ziele 2017 realisieren können?
Mit drei Ratsmitgliedern sind wir nicht in der Position, das Wort zu führen. Deshalb galt es, zu einzelnen Problemfeldern Partner zu suchen. Wir haben mit den anderen Fraktionen zum Beispiel erreicht, dass auf dem Gelände des Postamts statt einer weiteren Senioreneinrichtung jetzt 35 Wohnungen gebaut werden, ein Teil davon öffentlich gefördert. Durch die von der Politik immer wieder geäußerte Kritik am Zustand unserer Schulen beginnt sich der Sanierungsstau langsam aufzulösen. Vergessen dürfen wir in diesem Zusammenhang nicht die GuGs. Nicht geklappt hat, die Ernst-Paasch-Halle endlich zu einem Kulturzentrum umzubauen und den völlig überflüssigen Durchstich von der Memeler Straße zur Königsberger Straße zu verhindern. Mit unserem Antrag zur Neustrukturierung des Kommunaler Servicebetriebs sind wir in  2017 leider nicht vorangekommen.

Mit welchen Zielen ziehen Sie in den Kommunalwahlkampf 2018?
Ein Ziel wird sein, die Bürger von den Straßenausbaubeiträgen zu entlasten. Die Diskussion in den Gremien müssen wir nach Vorlage des neues Gesetzes unbedingt führen. Außerdem muss der Runde Tisch Sport wieder eingeführt werden und die Verwaltung muss dringend an einem Integrationsbericht arbeiten, damit wir über die Fortschritte der Flüchtlinge im Hinblick auf Sprache, Ausbildung und Arbeit informiert sind. Damit wir wissen, ob die Steuergelder sinnvoll angelegt werden. Kontrolle ist hier erforderlich.  Im Übrigen befindet sich unser Wahlprogramm in Arbeit und wird auf einer Mitgliederversammlung im ersten Quartal 2018 beschlossen werden.

Bürgermeisterwahl: Werden Sie Steinberg unterstützen?
An unserer Auffassung, sie nicht zu unterstützen, hat sich nichts geändert. Die Gründe sind hinlänglich bekannt.

Werden Sie einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken?
Nein, wir schicken keinen Kandidaten ins Rennen.

Was muss sich in Pinneberg 2018 ändern?
Es muss wieder zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen der hauptamtlichen Verwaltung und der Ehrenamtlichen Politik kommen. Man muss sich auf das Wort des anderen verlassen können, Misstrauen muss abgebaut werden. So etwas geht nicht von heute auf morgen.

Ihr persönlicher guter Vorsatz für 2018…
Ich bin wie in der Vergangenheit auch weiterhin für die Pinneberger Bürger Ansprechpartner.
 

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