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Posse im Quellental : Anwohner protestieren gegen Pläne der Stadt Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Eine Spielstraße nur für Senioren. Anwohner der Fischhausener Straße protestieren gegen Pläne der Stadt. Angst vor hohen Anliegerbeiträgen.

Pinneberg | Das kann niemand nachvollziehen: Die Stadt plant, die Fischhausener Straße in eine Spielstraße umzubauen. Doch in der etwa 200 Meter langen und fünf Meter breiten Straße wohnen gar keine Kinder. „Die Anwohner, die in den acht Häusern leben, sind Rentner oder stehen kurz vor der Pensionierung. Lediglich zwei Jugendliche wohnen in einem der Häuser“, sagt Claus-Dieter Helmke, der selbst kurz vor dem Eintritt ins Rentenalter steht.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mit 70 Jahren noch auf der Straße Fußball spielen werde“, sagt der Gefahrengut- und Arbeitsschutzbeauftragte. Was hier eine Spielstraße solle, sei in keiner Weise nachvollziehbar. Außerdem sei die Straße bereits eine Tempo-30-Zone. „In die Straße fahren nur Anwohner. Jeder nimmt Rücksicht“, sagt Helmke. „Hier wird etwas getan, was keiner will“, so das Fazit von Anke Riebesehl.

Hintergrund ist die Änderung von Bebauungsplänen für das Quellental. Vor zwei Wochen protestierten die Anwohner der Memelstraße. Dort plant die Verwaltung einen Durchstich der Sackgasse zur Königsberger Straße und beruft sich dabei auf Pläne aus den 1950er Jahren. Nur durch Zufall haben die Anwohner der Fischhausener Straße von den Absichten der Stadt erfahren: „Wir wurden nicht persönlich angeschrieben. Dafür hat die Stadt zwei bis drei Stellschilder aufgestellt, auf die ein Nachbar aufmerksam geworden ist“, sagt Helmke. Dort war zu erfahren, dass man sich Näheres über den Bebauungsplan im Internet ansehen könne. „Viele alte Leute hier haben kein Internet“, gibt Riebesehl zu bedenken.

„Die Frist zur Abgabe von Stellungnahmen auf lediglich zwei Wochen zu befristen, erweckt den Anschein, dass man Wert darauf legt, möglichst wenig Stellungnahmen zu bekommen, damit die Verwaltung hinterher sagen kann, die Bevölkerung wäre ja mit den Maßnahmen einverstanden gewesen“, so Helmke. Vier Briefe wurden bereits an die Stadt geschrieben. „Die Antwort fiel lapidar aus“, so Helmke.

Doch es gibt noch ganz andere Bedenken. Die Anwohner fürchten, dass im Zuge des Umbaus der Straße Anliegerbeiträge fällig werden, die 90 Prozent der Kosten abdecken. „Wir wissen von einem Fall im Elsternstieg. Dort mussten die Besitzer einen Teil ihres Grundstücks verkaufen, um die Anliegerbeiträge zu bezahlen. Sie lagen im fünfstelligen Bereich“, sagt Anke Riebesehl und redet Klartext: „Ich muss meine Hypothek noch abbezahlen.“ Zudem würden Rentner von der Bank keine Kredite bekommen. „Wir haben Angst um unsere Existenz“, sagt sie.

„Die Stadt Pinneberg hat sicherlich ganz andere Probleme, die dringend angegangen werden müssten“, sagt Helmke und nennt als Beispiel die marode Situation an den Pinneberger Schulen. „Für überflüssige und unsinnige Maßnahmen Gelder der Steuerzahler ausgeben zu wollen, grenzt doch wohl an einen Schildbürgerstreich.“ Hilfe erhoffen sich die Anwohner von der Lokalpolitik: Uwe Lange (Die Bürgernahen) war am vorigen Sonnabend vor Ort und hat in der Zwischenzeit Joachim Dreher von den Grünen informiert. „Wir werden zusammen einen Antrag stellen, die beiden B-Pläne einzustellen“, sagten beide Kommunalpolitiker. „Ich hoffe, dass das bei der CDU und SPD ähnlich gesehen wird“, so Lange

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erstellt am 26.Mär.2015 | 10:00 Uhr

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