„Jede Sekunde fährt ein Auto vorbei“ : Anwohner der Manfred-von-Richthofen-Straße leiden unter der Umleitungsstrecke

Das tägliche Chaos: Ein Muldenkipper versucht zu wenden. Die anderen Verkehrsteilnehmer müssen warten.
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Das tägliche Chaos: Ein Muldenkipper versucht zu wenden. Die anderen Verkehrsteilnehmer müssen warten.

Der Grund für die Umleitung: Arbeiten am Thesdorfer Weg, die noch bis bis Mai andauern. Die Anwohner sind genervt.

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30. März 2017, 12:30 Uhr

Pinneberg | Die Manfred-von-Richthofen-Straße in Pinneberg gestern Morgen gegen 10 Uhr: Ein orangefarbener Muldenkipper versucht, auf der schmalen Straße mal eben so zu wenden. Mehrmals muss er ansetzen. Die anderen Autofahrer wollen nicht warten und probieren, sich mit ihren Fahrzeugen an dem Lkw vorbeizuschieben. Das gelingt selbstverständlich nicht. Eine Schlange bildet sich. Es wird gehupt, geschimpft und gestikuliert – kein schönes Bild.

Doch das ist derzeit der alltägliche Wahnsinn. Besonders betroffen von dem Verkehrschaos sind die Anwohner. Denn weil am Thesdorfer Weg gebaut wird, ist die Manfred-von-Richthofen-Straße mal wieder zur Umleitungsstrecke geworden. Auch die Straße Großer Reitweg ist betroffen. „Ab 16.30 Uhr fährt hier jede Sekunde ein Auto an unserem Haus vorbei. Pkw, Busse und Lkw“, sagt Ralf Penkert. Es gehe an die Nerven. Er brauche bis zu 20 Minuten, bevor er aus der Einfahrt komme. „Es ist immer ganz kurz davor, dass es kracht.“

Seine Frau Anette konnte kürzlich beobachten, wie ein junger Mann die Autos, die in der Schlange standen, mit einem Mordstempo auf der falschen Seite überholte. „Dabei ist hier Tempo 30. Es ist eine reine Anliegerstraße“, betont Ralf Penkert. Die Radfahrer würden längst den Gehweg nutzen.

Die Anwohner der Manfred-von-Richthofen-Straße sind gebeutelt. „Wir sprechen im Namen einiger“, sagt Anette Penkert. Den Glauben an die Politiker haben sie längst verloren. Beschwerden und Eingaben hätten nichts bewirkt. Was sie alle ärgert: Immer wieder werde der Verkehr durch ihre Straße gelenkt. „Es ist das vierte Mal hintereinander“, sagt Anette Penkert. Seit sechs Monaten werde jetzt wieder gebaut. „Zwei Drittel der Zeit sind aber keine Bauarbeiter zu sehen“, wundert sie sich. Bis Ende März sollen die Arbeiten am Thesdorfer Weg dauern, so die Anwohnerin.

Ist das realistisch? Jetzt heißt es allerdings von Seiten der Stadtwerke, dass noch bis Ende Mai gebuddelt wird. Das Unternehmen ist für das Projekt verantwortlich. Im Zuge der Verbreiterung des Thesdorfer Wegs werden auch Versorgungsleitungen verlegt, so die Antwort der Abteilung Netz auf Anfrage unserer Zeitung. Es sei richtig, dass derzeit keine Bauarbeiter am Thesdorfer Weg zu sehen seien. Auch im Kreuzungsbereich Richard-Köhn- Straße werde im Zuge des Projekts gebaut. Erst wenn dort die Bauarbeiten fertig seien, werde am Thesdorfer Weg weitergearbeitet.

Auch wenn die Bauarbeiten im Mai abgeschlossen sein dürften, der nächste Verkehrs-Super-Gau erwartet die Einwohner des Quellentals womöglich. 360 neue Wohneinheiten sollen auf dem ehemaligen Ilo-Gelände entstehen. Die Penkerts fürchten dann einen Verkehrskollaps im Quellental. „Früher war Pinneberg einmal Luftkurort. Heute sind die Abgaswerte hier sehr hoch. Das ist unmenschlich“, sagt Ralf Penkert.

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