Zukunft der Volkshochschule Bönningstedt : Antwort aus Pinneberg weiter offen

Nachdem bekannt wurde, dass die derzeitige Leiterin Corinna Schumann zum 30. Juni gekündigt hat, befürchteten sowohl Hörer als auch Dozenten, dass dies das Ende der Einrichtung bedeuten könnte.
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Nachdem bekannt wurde, dass die derzeitige Leiterin Corinna Schumann zum 30. Juni gekündigt hat, befürchteten sowohl Hörer als auch Dozenten, dass dies das Ende der Einrichtung bedeuten könnte.

Die Leiterin sieht eine Kooperation als optimale Lösung. Deutliche Worte während Beiratssitzung.

shz.de von
06. Mai 2015, 12:15 Uhr

Bönningstedt | Die Zeit läuft ab. Am 30. Juni wird Corinna Schumann, derzeitige Leiterin der Volkshochschule (VHS) Bönningstedt, ihre letzten Sachen einpacken und die Tür hinter sich abschließen. Auch wenn Schumann grundsätzlich bereit sei, im Notfall ein paar Monate dranzuhängen, erhoffe sie sich von den Gemeinden dennoch eine baldige Antwort auf die Frage, wer in Zukunft die Leitung übernimmt.

Bisher blieb diese jedoch aus. Die Beratungen gestalten sich schwierig. Auch am Montagabend verließen die Mitglieder des Schulbeirats für die Gemeinschaftsschule und die VHS die Mensa der Schule Rugenbergen, ohne eine Lösung gefunden zu haben. Stattdessen fanden einige Mitglieder deutliche Worte. Günther Hildebrand (FDP), Bürgermeister von Ellerbek, empörte sich: „Ich bin über die Diskussion und den derzeitigen Stand enttäuscht. Wieder mit dem Stand von unserem letzten Treffen am 11. Februar in diese Sitzung zu kommen, ist schwach.“ Bönningstedts Bürgermeister Peter Liske (BWG) konterte: Eigentlich sei die mögliche Kooperation mit anderen Volkshochschulen Thema der aktuellen Sitzung. In diesem Zusammenhang erteilte Quickborn erneut eine Absage. „Bitte verstehen Sie das nicht als Abwimmeln, wir haben uns lange Gedanken gemacht, aber wir glauben, dass keine von beiden Volkshochschulen von einer Kooperation profitieren wird“, sagte Burkhard Arndt, Fachbereichsleiter Bildung der Stadt Quickborn.

Die Pinneberger bleiben derweil eine Antwort schuldig. Der Stuhl von Wolfgang Domeyer blieb am Montagabend leer. Der VHS-Leiter habe wieder abgesagt, so Ingo Holm, Bereichsleiter Strategische Steuerung des Amts Pinnau. Gestern war Domeyer auf Anfrage dieser Zeitung nicht zu erreichen.

Hildebrand machte deutlich, dass er eine Kooperation mit der VHS Pinneberg bevorzuge. „Wir haben zwar eine VHS, aber die Hälfte davon zahlt Bönningstedt, da sind wir bei dem Thema natürlich anders dabei“, sagte Liske, der die Möglichkeit einer erneuten ehrenamtlichen Leitung weiterhin nicht ausschließen wollte. Haslohs Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) pflichtete ihm bei: „Diese Variante ist optimal für uns.“

Für Schumann unverständlich. „Ich glaube nicht, dass man auf Dauer mit einer ehrenamtlichen Leitung glücklich wird“, sagte sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Die anfallende Arbeit sei zu groß. Auch Schumann sieht die Bönningstedter VHS künftig als Außenstelle der VHS Pinneberg. „Etwas Besseres kann uns gar nicht passieren“, so die derzeitige VHS-Leiterin, die im vergangenen Jahr 3500 Teilnehmer registrierte und jährlich 400 bis 500 Kurse koordiniert. Der erneute Vorstoß Liskes, die Sportangebote künftig auszulagern – auch im Sinne des SV Rugenbergen – stieß auf Unverständnis. „Das sind die Kurse, die Überschüsse erwirtschaften“, sagte Hildebrand. Und auch Schumann betonte: „Die Sportangebote sind ein wesentliches Standbein unserer VHS. Streichen wir sie, werden die Zuschüsse höher.“

Die dritte Variante, die einer hauptamtlichen Leitung, fand keinen Zuspruch. Die Mitglieder einigten sich darauf, die beiden anderen Varianten – ehrenamtliche VHS-Leitung oder Kooperation mit der VHS Pinneberg – weiter zu verfolgen. Während der nächsten Sitzung Anfang Juni erhoffen sie sich eine Entscheidung aus Pinneberg.

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