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Pinneberger Tageblatt

25. September 2017 | 13:48 Uhr

Fluglärm über Hasloh : Anstieg der Landungen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Hasloher fürchten um ihre Gesundheit.

shz.de von
erstellt am 05.Jul.2017 | 12:06 Uhr

Hasloh | Das Thema Fluglärm bleibt in der Gemeinde Hasloh auf der Agenda. Wie berichtet, gab es über der Gemeinde eine neue Höchstzahl an Flugbewegung verglichen mit den Zahlen der vergangenen sieben Jahre. Waren es 2010 insgesamt 48  187 Starts und 19  192 Landungen über dem Ohmoor, und damit über Hasloh, verringerte sich die Zahl der Starts im vergangenen Jahr zwar auf 48.068, doch die der Landungen stieg auf 21.641. „Bislang waren es 43 Prozent der gesamten Flugbewegungen, die uns betrafen – nun sind es 44,5 Prozent“, sagte Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) während der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses.

Es könne nicht richtig sein, dass fast die Hälfte aller Flugzeuge über Hasloh fliegen müssen. „Das muss uns besorgt machen und alarmieren“, betonte er. Besonders die Zahl der Starts nach 22 beziehungsweise 23 Uhr sei in den vergangenen Jahren angestiegen. Auch der Hasloher Dieter Hillebrand ist betroffen. Bereits vor Jahren entdeckte er auf seiner Wäscheleine im Garten schwarze Schmiere. „Die kommt auch immer wieder innerhalb weniger Tage“, berichtete Hillebrand. Die Ursache dafür sei ihm klar: „Das ist der Dreck der Flugzeuge.“

Nachdem er mit diesem Problem an die Öffentlichkeit gegangen sei, wurden vom Hamburger Flughafen laut Hillebrand zwei Proben aus seinem Garten genommen. „Bei den Ergebnissen kam heraus, dass nicht nachgewiesen werden kann, ob es sich um Verbrennungsreste handelt. Dazu hätte ein spezielleres Verfahren angewandt werden müssen“, berichtete Brummund. Das Ergebnis halte er jedoch für nicht überzeugend.

Auch Hillebrand ist mit dieser Antwort ganz und gar nicht zufrieden: „Sie haben bei mir gar nicht direkt nach Feinstäuben gesucht.“ Hillebrand habe sich inzwischen informiert und erfahren, dass auch andere Anrainer von Flughäfen solche Probleme haben. „Es wäre doch sehr unwahrscheinlich, dass ausgerechnet unsere Flugzeuge sauberer sind als andere“, sagte Hillebrand weiter. Das Nachtflugverbot halte er für „einen Witz“. „Bis Mitternacht entscheidet jede Fluggesellschaft selbst, ob sie starten oder nicht. Erst danach ist eine Sondergenehmigung notwendig“, beschrieb er die Situation. Zahlreiche Beschwerden habe er in den vergangenen Jahren beim Flughafen eingereicht, „man hört nichts mehr davon“.

Die Flugbewegungen würden zu Lasten von Hasloh und gleichzeitig zu Gunsten von Hamburg und Norderstedt abgewickelt. „Wir haben keine ausreichende Nachtruhe mehr, Lebensqualität geht verloren, und unserer Gesundheit wird geschadet“, zählte Hillebrand die Beeinträchtigungen auf. Dass der Hamburger Flughafen nicht wegzukriegen ist, sei klar, doch „warum muss immer Hasloh darunter leiden?“.

Bürgermeister Brummund mahnte die Hasloher zur Wachsamkeit. „Eventuell können wir uns einer Organisation anschließen, die die gleichen Interessen vertritt wie wir“, sagte er. Ausschussvorsitzende Ilka Schmidt (CDU) schlug vor, einen Experten des Hamburger Flughafens in die Gemeinde einzuladen. „Der kann uns dann die genauen Richtlinien erklären“, sagte sie.

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