Westumgehung : Anlieger befürchten Verkehrschaos in Pinneberg

Sie sehen eine große Gefahr darin, wenn der Borsteler Weg zur Durchgangsstraße wird: Ulrike Jonas, Ulf Kahlke (von links), Svend Neubert und Niels Jonas.
Sie sehen eine große Gefahr darin, wenn der Borsteler Weg zur Durchgangsstraße wird: Ulrike Jonas, Ulf Kahlke (von links), Svend Neubert und Niels Jonas.

Der Kreuzungsbereich Elmshorner Straße/Quickborner Straße soll komplett gesperrt werden. Umleitung über den Borsteler Weg.

shz.de von
09. Mai 2018, 12:30 Uhr

Pinneberg | Die Anlieger des Borsteler Wegs in Pinneberg sind auf Zinne. Anfang Juni soll der Kreuzungsbereich der Elmshorner Straße im Zuge der Anschlussarbeiten an die Westumgehung voll gesperrt werden. Als Umgehungsstraße wurde der Borsteler Weg auserkoren. Doch genau das ist für die Anlieger das Problem. „Die Straße ist bereits jetzt in einem schlechten Zustand. Gehwegplatten sind locker, die Fahrbahn und der Grandboden sind beschädigt“, sagt Svend Neubert im Gespräch mit shz.de.

Auch die Verkehrslage ist bereits jetzt angespannt in der schmalen Straße in Pinneberg. Ein Halteverbot gibt es im Borsteler Weg nicht. Sprich, Autos werden auf der Straße geparkt, ein Durchkommen ist nur mit zahlreichen Ausweichmanövern möglich.

„Wenn es bereits mit Autos Schwierigkeiten gibt, wie soll es dann mit Schwerlastverkehr und Busverkehr gehen?“, fragen sich die Anwohner des Borsteler Wegs. Betroffen wären die Buslinien 185 sowie 594. „160 Bewegungen gibt es insgesamt bei den beiden Linien pro Tag“, fasst es Neubert zusammen. Sollte die Elmshorner Straße, wie geplant, komplett gesperrt werden, sieht die Stadt die Einrichtung eines Halteverbots in dem Weg vor. Dennoch fürchten die Anlieger erhebliche Verkehrsstaus. Aus beiden Richtungen soll der Borsteler Weg befahren werden. Erfahrungen mit genau dieser Situation haben sie bereits machen müssen. „Als auf der Elmshorner Straße ein Unfall war, fuhren hier Busse und Lkw durch. Das hat sich über den gesamten Weg gestaut“, erinnert sich Ulf Kahlke noch lebhaft. Auch Niels Jonas ist sich sicher: „Die Straße ist nicht für eine Durchgangsstraße konzipiert.“ Teilweise hätten die Anwohner schon jetzt Probleme, mit ihrem Auto das eigene Grundstück zu verlassen oder zu befahren, da ständiger Verkehr dies blockiere.

Sorge um Verkehrssicherheit

Sie befürchten außerdem, dass vor allem für Kinder und ältere Menschen die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist. In der 30er-Zone leben viele Familien mit Kindern. „Wir haben eh schon keinen Radweg hier. Wenn dann auch noch so viel Verkehr hier ist, können die Schulkinder gar nicht mehr fahren“, sagt Ulrike Jonas im Gespräch.

Ein weiterer Aufreger: Von den geplanten Maßnahmen erfuhren die Anwohner nur durch eine Zufall. „Uwe Kleinig hat Fotos von der Verkehrssituation gemacht und ist damit ins Rathaus gegangen. Dort erfuhr er in einem Nebensatz von den Baumaßnahmen“, erklärt Niels Jonas. „Als Hauptbetroffene einer solchen Planung legen wir Anwohner Wert darauf, rechtzeitig vorher und umfassend über die Pläne der Stadt informiert zu werden,“ sagt er.

Auch das geplante Halteverbot sehen sie als Gefahrenquelle an. „Dann wird das hier eine wahre Rennstrecke. Der Weg ist komplett gerade, dann rasen die hier nachts nur noch durch“, so Neuberts Befürchtung. Dem stimmt auch Ulrike Jonas zu: „Manche fahren auch jetzt schon viel zu schnell hier durch.“

Notwendige Baumaßnahmen

Dass die Baumaßnahmen auf der Elmshorner Straße durchaus notwendig sind, sehen auch die Anwohner des Borsteler Wegs. „Es fehlt aber ein Stück Augenmaß. Wir wünschen uns eine Lösung, die grundsätzlich der Verhältnismäßigkeit entspricht. Wenn dem so ist, tragen wir auch unseren Teil“, fasst es Niels Jonas zusammen. Er könne nicht verstehen, warum es zu einer Komplettsperrung des Knotens Elmshorner-/Quickborner Straße kommen muss. „Es könnten genauso einzelne Fahrstreifen gesperrt werden“, schlägt Neubert vor. Des Weiteren fordern sie, dass der Borsteler Weg nicht in beide Richtungen befahrbar ist. „Wir sind für eine Einbahnstraßenregelung in Richtung Norden“, erklärte Niels Jonas. Der Vorteil der Maßnahme sei laut Kleinig, dass der Umleitungsverkehr nicht in vollem Ausmaß die Anlieger des Borsteler Wegs treffe. Ein Halteverbot wäre nach seiner Einschätzung dann nicht mehr notwendig. Sollte der Verkehr auch in südlicher Richtung frei sein, gebe es spätestens an der Ampelanlage an der Elmshorner Straße ein großes Staupotenzial. „Zu all den offenen Fragen und Alternativvorschlägen erwarten die Anwohner des Borsteler Wegs eine rechtzeitige und umfassende Information der Stadt“, heißt es in ihrer Pressemitteilung.

Voraussichtlich vom 4. bis 24. Juni wird in dem Bereich gearbeitet – etwa drei Wochen lang. „Wenn wir wie bisher im Zeitplan liegen“, sagt Rathaussprecherin Maren Uschkurat auf Anfrage unserer Zeitung. „Es ist nicht verboten, durch eine 30er-Zone Busse zu führen“, betonte sie. Es habe Testfahrten mit Bussen durch die Straße gegeben. Die Zufahrt nach Borstel-Hohenraden werde gesperrt. Die Fahrt von Pinneberg nach Kummerfeld sei aber möglich.

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