Interaktive Karte : Anlieger auf der Zinne: Vollsperrung wegen Sanierung der L76

Landesbetrieb informiert erst kurzfristig über Vollsperrung. Eigentlich sollten die Arbeiten auf diesem Teilstück erst morgen beginnen, nun wurden sie vorverlegt – für einige Anlieger zu kurzfristig.

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16. Juli 2015, 10:00 Uhr

Borstel-Hohenraden | Heute Morgen  fällt der Startschuss für den dritten und vierten Bauabschnitt der Sanierung der Landesstraße 76. Dafür wird der Bereich der Quickborner Straße zwischen den Straßen Op de Loh und Schwarzer Weg in Borstel-Hohenraden voll gesperrt – etwa vier Wochen lang. Eigentlich sollten die Arbeiten auf diesem Teilstück erst morgen beginnen, nun wurden sie vorverlegt – für einige Anlieger zu kurzfristig.

Die Mitteilung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV) erhielten sie gestern.  Joachim Becker ist sauer. Den Vorsitzenden des Heimatvereins erreichten viele Klagen. „Ich finde, die Kommunikation ist unbefriedigend und nicht zeitgemäß“, sagt er und fügt an: „Es geht schließlich um die wichtigste Straße, die wir im Ort haben.“

Zoran Vucinic ist besonders betroffen von der Baustelle.  Der Betreiber der am 1. Mai neu eröffneten  Gaststätte „Schmiede“ in der Quickborner Straße  71 bangt um seine Gäste. Die blieben während der ersten beiden Bauabschnitte bereits häufiger fern. Vucinic, der laut eigenen Angaben 60.000 Euro investierte,  musste erste   Konsequenzen ziehen: Er hat seinen Koch entlassen. „Meine Existenz ist gefährdet“, sagt er.

Ein möglicher Korridor für Gäste des Restaurants sei geprüft, aber aus Sicherheitsgründen abgelehnt worden, berichtet Borstel-Hohenradens Bürgermeister Jürgen Rahn (CDU). Vucinic habe Aufträge der Gemeinde und der Feuerwehr erhalten, „sodass wir ihm auf diesem Weg ein bisschen helfen können“, so Rahn. In dem Bauabschnitt entlang der L76 befindet sich auch die Grundschule der Gemeinde, auf deren Gelände ab morgen Kinder  zelten. Deshalb bleibt die Einmündung zur Dorfstraße bis Montag, 20. Juli, 6 Uhr frei.

Haben der Landesbetrieb und die Baufirma Eurovia die Bürger zu kurzfristig informiert?  Rahn beschwichtigt.  Der Zeitpunkt  für den nächsten Bauabschnitt werde kurzfristig beschlossen. „Wir wurden mit dem zweiten Abschnitt einen Tag früher fertig als geplant“, teilt Kai-Uwe Schacht, LBV-Niederlassungsleiter in Itzehoe, auf Nachfrage mit und betont, dass sich die Anwohner jederzeit beim Baustellenpersonal vor Ort melden könnten.   Laut Rahn sollen die Kinder rechtzeitig nach den Ferien über den neuen Fuß- und Radweg zur Schule kommen.  Die drei Millionen Euro teure Sanierung der L76 soll bis Mitte Oktober abgeschlossen sein.

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