zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

18. August 2017 | 01:57 Uhr

Angst vor Lärm, Verkehr und Dreck

vom

Halstenbek | Unerträglicher Krach, Wertminderung der Grundstücke, zunehmender Schwerlastverkehr, der das Leben der Kinder gefährdet, eine überdimensionale Lärmschutzwand "vor der Nase": Die Pläne Halstenbeks, das Gewerbegebiet an der Ecke Verbindungsweg/Am Bahndamm in Richtung Haselweg auszudehnen, lässt etablierte Anwohner Kopf stehen. Am heutigen Mittwoch dürfte deshalb die Einladung der Kommune, in der Mensa der Grundschule Bickbargen (Bickbargen, ab 19 Uhr) über das Vorhaben zu informieren, auf reges Interesse stoßen.

Auch auf Widerstand? Fakt ist: Die Menschen vor Ort sind irritiert. Seit 2011 wird das Areal mit sechs Flächen für ausschließlich mittelständische Betriebe zur Verfügung gestellt - bewusst alles keine Müllproduzenten, die ohne massive Lärmbelästigung und ohne Licht-Smog arbeiten. Doch am Haselweg wurde jüngst eine Altenwohnanlage gebaut, die DRK-Kita am Verbindungsweg existiert seit langem.

Noch fehlt der Aufstellungsbeschluss. Doch Pläne liegen in der Schublade: Acht Areale - zwischen 1000 und 6000 Quadratmetern groß - sollen über eine neue Stichstraße mit Wendehammer erreichbar sein.

Die Grünen-Fraktion, auf dessen Initiative laut Fraktionschefin Gudrun Gabriel-Schröder die Öffentlichkeitsveranstaltung stattfindet, will vorab den Bürgern die Ängste nehmen.

Ein Flugblatt ist im Umlauf, das darüber aufklärt, dass "alle Betroffenen vor Einleitung des öffentlichen Verfahrens wissen sollen, was beabsichtigt ist und wie das Verfahren ablaufen wird. Erst danach erfolgen die ersten Beschlüsse im Bauleitplanverfahren - und zwar immer öffentlich", betont Gabriel-Schröder. Fakt ist: "Das sogenannte Greve-Projekt im Gewerbeerweiterungsgebiet südlich der Gärtnerstraße mit Einkaufszentrum, Bürohochhäusern und Seniorenresidenz ist nicht mehr realisierbar", heißt es in dem Schreiben. Die Fläche am Verbindungsweg sei im Flächennutzungsplan seit langem als Mischgebiet, also auch für gewerbliche Nutzung ausgewiesen. Dort könne das zusätzliche Gewerbe angesiedelt werden - ohne die Infrastrukturkosten und die hohe Verkehrsbelastung von 15 000 Pkw täglich, die mit allen Investorenplänen im Greve-Gewerbeerweiterungsgebiet verbunden wären", so Gabriel-Schröder.

Grundsätzlich stünden die Grünen für die Ausdehnung von Gewerbeflächen: "Für die Verbesserung der finanziellen Lage der Gemeinde sind zusätzliche Gewerbeflächen hilfreich." Betonen aber im gleichen Atemzug: "Sinn für die Gemeinde macht das Gewerbegebiet am Verbindungsweg nur, wenn unsinnige Gewerbeansiedlung an anderer Stelle vermieden werden. Wenn am Verbindungsweg zusätzliche Gewerbeflächen ausgewiesen werden, muss dabei zwingend auf die Wohnqualität in unserer Gemeinde Rücksicht genommen werden." Halstenbeks Grüne reden den Bürgern ins Gewissen: "Nutzen Sie die Möglichkeit, konkrete Informationen zu bekommen. Nutzen Sie Ihr Recht, an der Ausgestaltung des Bebauungsplans mitzuwirken."

zur Startseite

von
erstellt am 14.Aug.2013 | 01:14 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen