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Fehlende Kinderbetreuung am Nachmittag : Angst bei Eltern aus Hasloh

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

„Es geht auch um unsere Existenz“. Eltern befürchten, dass sie wegen fehlender Nachmittagsbetreuung der Schulkinder nicht mehr berufstätig sein können.

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erstellt am 18.Jun.2015 | 10:00 Uhr

Hasloh | Der Anbau an die Hasloher Peter-Lunding-Schule sollte das Problem lösen: Dort war geplant, eine Mensa und Räume für den Betrieb der Offenen Ganztagsschule (OGTS) unterzubringen. Doch nachdem die Kommunalaufsicht des Kreises die Investition nicht genehmigte, wird daraus erst einmal nichts.

Damit stehen etwa zwei Dutzend Eltern vor einem gravierenden Problem: „In diesen Tagen haben diverse Eltern vom Schulkinderbetreuungsverein (SKBV) eine Platzabsage zur Nachmittagsbetreuung im Schuljahr 2016/17 ihrer Kinder erhalten“, heißt es in einem Schreiben, das eine Gruppe besorgter Eltern am Dienstagabend während der Einwohnerfragestunde des Schul-, Sport- und Kulturausschusses dem Vorsitzenden Jochen Haines (SPD) überreichte.

„Wir erklären uns solidarisch mit denen, die keinen Platz bekommen haben“, betonen die Eltern im Gespräch mit dieser Zeitung. Es gehe jedoch auf keinen Fall darum, nach Schuldigen zu suchen, sondern darum, parteiübergreifend nach Lösungen zu suchen.

Es müsse alles dafür getan werden, Eltern die Existenzangst zu nehmen und Verdienstausfälle zu vermeiden. „Ich habe mit einer Mutter gesprochen, die bereits zwei Jobangebote ablehnen musste, weil sie nicht weiß, ob und wie ihr Kind nach der Schule betreut wird“, berichtet eine der Aktivistinnen. Unverständlich sei, dass 2012 eine weitere Ganztagsgruppe im Kindergarten geschaffen wurde, die Zahl der Betreuungsplätze an der Schule jedoch nicht erhöht worden sei.

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„Jetzt müssen Eltern erleben, dass ihre Kinder nach Schulschluss um 12 Uhr nach Hause geschickt werden, weil es keine Nachmittagsbetreuung gibt“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Eindringlich bitten die Eltern darum, aktiv zu werden und sich der offenen Fragen zu stellen: Warum werden die Klassenräume in der Schule nicht für die Nachmittagsbetreuung genutzt? Was machen Neubürger, die ihre Kinder nicht unmittelbar nach der Geburt für die Betreuung anmelden konnten? Warum werden ehrenamtliche Vereine – wie der SKBV – mit ihren Problemen allein gelassen?

„Der tatsächliche Bedarf ist uns nicht bekannt“, sagen die Eltern übereinstimmend. Die Zahlen, die derzeit kursierten, bewegten sich zwischen 20 und 30 zusätzlichen Plätzen. „Und es wird in den nächsten Jahren nicht besser werden, ganz im Gegenteil – der Bedarf wird weiter steigen“, sind sich die Eltern sicher.

„Das war von der Politik ganz anders geplant, wir haben uns alle für die Offene Ganztagsschule ausgesprochen“, bekräftigte Haines den Eltern gegenüber während der Sitzung. Allerdings sei der SKBV eine private Einrichtung, auf die die Gemeinde nur wenig Einfluss habe.

Die Pläne, die Leitung der OGTS in die Hände der Gemeinde zu legen, seien durch die finanzielle Situation ins Stocken geraten. „Wir wissen um die Problematik und müssen das Thema in den politischen Gremien auf die Tagesordnung setzen“, versicherte Haines. Ob die von den Eltern geforderte Arbeitsgruppe eingerichtet wird, blieb offen.

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