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Prozess : Angeklagter Quickborner gibt Prügel zu

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Prozess am Landgericht Itzehoe: Ein Quickborner soll seine Ehefrau auch vergewaltigt haben.

Quickborn/Itzehoe | Ein Angeklagter aus Quickborn hat gestern vor dem Landgericht Itzehoe sein Schweigen gebrochen. Der 43 Jahre alte Mann stand vor Gericht, weil er seine Frau im vergangenen Sommer misshandelt, gefesselt, vergewaltigt und ihr mit dem Tod gedroht haben soll. Der Angeklagte ließ zunächst eine Erklärung von seiner Anwältin vorlesen, in der er seine Sicht der Dinge schilderte. Das Gericht prüft nun weitere Beweisanträge der Verteidigerin.

Seine Frau habe er in der ehemaligen Sowjetunion kennengelernt. Er habe sie auf der Straße gesehen, sei aus dem Wagen gestiegen und habe zu der damals 16-Jährigen gesagt: „Du wirst meine Frau.“ Nach einigen Treffen sei der Entschluss gefallen, zu heiraten, sobald sie volljährig geworden war. In der Erklärung spricht er von großer Liebe zu ihr, und dass ihm die Familie mit den beiden Söhnen alles bedeute. Er gibt zu, seine Frau mehrfach misshandelt zu haben. Er habe auch ein Anti-Aggressionstraining absolviert. Zu den Vorwürfen, die den vergangenen Sommer betreffen, teilt er mit: „Ich habe sie geschlagen, aber nicht vergewaltigt.“

Die Staatsanwaltschaft und seine Frau als Nebenklägerin hatten ihm unter anderem vorgeworfen, die 32-Jährige im Juli mit Klebeband an einen Stuhl gefesselt und ihr gedroht zu haben, sie mit einem Baseballschläger zu töten, sollte sie ihren Scheidungswunsch nicht aufgeben. Anschließend habe er sie vergewaltigt, so die Staatsanwaltschaft.

Der Angeklagte gab zu, sie gefesselt zu haben, um sie von den Trennungswünschen abzubringen. Den Schläger habe er geholt, um sich an Möbeln abzureagieren. An weitere Details wie Todesdrohungen könne er sich nicht erinnern. Der Sex später sei einvernehmlich gewesen. Obwohl er an Erektionsstörungen leide, habe er an diesem Tag für den Geschlechtsverkehr keine Potenzmittel gebraucht. Seine Frau dagegen geht von einer geplanten Tat aus. Vor Gericht sagte sie, dass ihr Mann kurz zuvor ein potenzsteigerndes Medikament gekauft und eingenommen habe.

Ein Urteil fälte das Gericht gestern nicht. Die Verteidigerin des Angeklagten beantragte, weitere Zeugen befragen zu lassen. Zudem soll ein Gutachten zur Glaubwürdigkeit ihres Mandanten und zu seinem kulturellen Hintergrund eingeholt werden. Es sei für eine Strafzumessung relevant, dass häusliche Gewalt in dessen Herkunftsland nicht als Straftat gelte. Der Prozess wird am 6. März fortgesetzt.

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erstellt am 13.Feb.2014 | 16:00 Uhr

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